Montag, 30. April 2012

Rita Falk - Hannes


Dies ist die Geschichte von Uli und Hannes, zwei beste Freunde, die ihr bisheriges Leben zusammen verbracht haben, bis ein schrecklicher Unfall geschieht, und Hannes fortan im Koma liegt. Uli besucht seinen Freund fast täglich vor oder nach seiner Arbeit als Zivi, und liest ihm Sportergebnisse vor. Damit sein bester Freund auf dem Laufenden ist, was in seinem Leben während Hannes' Zeit im Koma passiert, schreibt Uli ihm Briefe. Denn die beiden haben sich immer alles erzählt, und das soll auch so bleiben.

Das Buch besteht ausschließlich aus den Briefen, die Uli an Hannes schreibt, und dadurch lernt der Leser Uli, aber auch Hannes sehr gut kennen. Ich habe während des Lesens mit Uli gelitten, aufgrund seiner unbedarften und emotionalen Schreibweise herzlich gelacht, und auch bitterlich geweint. So ergreifend ist diese Geschichte.
Ein Buch, das man überhaupt nicht mehr aus der Hand legen möchte, hin und wieder aber muss, denn mich hätten sonst die Emotionen übermannt. Ich habe wie Uli die Hoffnung nicht aufgegeben, und fieberte jedem Fortschritt von Hannes' Zustand entgegen. 
Das schlichte Cover ist wunderschön und passt sehr gut zur Geschichte, denn es zeigt offensichtlich den Kastanienbaum, der vor Hannes' Fenster steht.

Fazit: Rita Falk hat ein großartiges und sehr emotionales Buch über die Freundschaft, Hoffnung und das Loslassen geschrieben. Dieses Buch wandert ohne umschweife auf meine Favoritenliste.
Danke, Frau Falk, für diese ergreifende Geschichte!

Bewertung: ★★★★★

Sonntag, 29. April 2012

Maeve Haran - Schokoladenküsse


Maddy Adams verliert aufgrund eines Flüchtigkeitsfehlers ihren Job in einem Fotogeschäft. Das wäre aber nicht so schlimm, würde Maddy nicht in wenigen Monaten heiraten und hätte dafür nicht gerade eben ein 1800 Pfund teures Hochzeitskleid gekauft. Die verzweifelte Londonerin möchte nicht im Autohaus ihres Verlobten Chris arbeiten und bewirbt sich bei einer Fotoagentur. Als sie überraschenderweise den Job bekommt, scheint sich alles zum guten zu wenden, doch Maddy wäre nicht sie selbst, wenn sie das Glück einfach so hinnehmen würde. Und so lässt sie sich vom Starfotograf Patrick Jamieson, der einzigen Person, der die ruhige junge Frau aus der Reserve lockt, nackt für eine Zeitungsbeilage fotografieren und ganz London ist aus dem Häuschen, denn Maddy trägt Größe 42...

Maeve Haran hat hier einen authentischen und spannenden Roman geschrieben. Die Hauptprotagonistin ist äußerst sympathisch und ich konnte mich an einigen Stellen selbst wiederfinden. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Die Auseinandersetzungen zwischen Patrick und Maddy sorgen für einige Schmunzler. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass hier etwas molligeren Frauen viel Mut gemacht wird, sich selbst und ihre Figur zu akzeptieren, sind doch die Wenigsten mit Traummaßen gesegnet.
Dennoch hat der Roman anfangs ein paar Längen und es wurde mir zu oft wiederholt, dass Maddy in genau 4 Monaten heiraten würde...

Fazit: Eine spannende Geschichte mit einer sympathischen Hauptdarstellerin, die ausnahmsweise mal nicht super schlank ist und eine permanente Glückssträhne hat. Ihr solltet das Buch unbedingt mal lesen, ihr werdet begeistert sein!

Bewertung: ★★★★☆

Freitag, 20. April 2012

Holly McQueen - Mein glamouröses Doppelleben


Isabel Bookbinder hat große Zukunftspläne, denn sie will Bestsellerautorin werden. Ihr geht es in erster Linie nicht darum, einen Bestseller zu schreiben, ihr geht es vielmehr darum, eine Bestsellerautorin zu sein. Aktuell ist Isabel bei einer Zeitung angestellt und macht so allerhand unsinnigen Kleinkram wie die Länge kürzlich erschienener Artikel per Holzlineal zu vermessen. Als sie erfährt dass ihre lebenslange Erzrivalin Gina soeben ein Buchvertrag unterschrieben hat und zudem auch noch mit dem Verleger Joe Madison liiert ist, auf den Isabel auch ein Auge geworfen hatte, drängt die Zeit. So ein Bestseller schreibt sich schließlich nicht von allein. Existieren ja schon seit Jahren die ersten 3 Kapitel. Doch das tatsächliche Schreiben ist eher Nebensache bei Isabel. Sie kümmert sich lieber schon mal um die Werbekampagne und überlegt, welcher Fotograf ihr Autoren-Foto schießen darf. Aber Isabel ist auf jeden Fall wahnsinnig inspiriert.

Ein mit viel Humor geschriebener Roman übers Romane-Schreiben und die ganzen Kleinigkeiten, die darum herum geschehen und den Autor vom Schreiben abhalten. Die Protagonistin ist sehr sympathisch, richtig schön naiv und lässt kaum ein Fettnäpfchen aus. Was jedoch nicht zu übertrieben wirkt. In die einzelnen Kapitel sind Briefe und mehr aus Isabels Notizbuch eingearbeitet, was mir bereits bei der Shopaholic-Reihe von Sophie Kinsella sehr gefallen hat. Holly McQueen hat ihre Geschichte ähnlich gestrickt, ohne aber einen billigen Abklatsch zu produzieren.
Ich habe mehrmals lachen müssen, und konnte das Buch kaum aus der Hand legen, ich wollte unbedingt erfahren, in welches Fettnäpfchen Isabel denn als nächstes kopfüber springt.

Fazit: Ein toller Roman über die wichtigen Nebensächlichkeiten im Leben, mit garantiert einigen Lachmomenten! Lesen, es lohnt sich!

Bewertung: ★★★★★

Montag, 16. April 2012

Amy Plum - Von der Nacht verzaubert


Die 16jährige Kate Beaumont Mercier verliert durch einen schrecklichen Autounfall ihre Eltern und zieht mir ihrer Schwester Georgia zu den Großeltern nach Paris. Die beiden Schwestern könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Georgia sich ins Pariser Nachtleben stürzt und täglich auf einer anderen Party tanzt, verkriecht Kate sich in ihrem Zimmer und tröstet sich mit ihren Büchern über den Verlust hinweg.
Als sie langsam wieder beginnt, ins Leben zurückzufinden, fällt ihr in einem Cafe der attraktive Vincent auf. Schon bald kommen sich beide näher und Kate kann ihr Glück kaum fassen, dass dieser wunderbare junge Mann ausgerechnet mit ihr zusammensein möchte. Doch schon bald wird Kate klar, dass Vincent nicht der ist, der er zu sein scheint.

Eine wunderbar detailverliebt geschilderte Fantasy-Liebesgeschichte! Während man Zeuge sein darf, wie sich Kate und Vincent näher kommen und versuchen ihre Hindernisse zu meistern, erwacht der Schauplatz Paris im Hintergrund regelrecht zum leben. Großartig! Es wirkt, als würde man selbst neben  Vincent durch Paris spazieren. Hierbei hilft natürlich auch, dass man das ganze aus Kates Ich-Perspektive aus erlebt.
Auch die Idee finde ich bezaubernd. Eine Fantasy-Geschichte mit einer erfrischenden neuen Idee, die ganz ohne Vampire und Werwölfe auskommt.
Lasst euch überraschen, welches "Fabelwesen" ihr in diesem Roman trefft. Ich versichere euch, ihr werdet es lieben!
Auch das Cover ist wunderschön gestaltet. Und die hier abgebildeten Rosenranken ziehen sich durch das Ganze Buch, was es beim Lesen zu einem weiteren Genuss macht.
Dies ist der Auftakt einer Trilogie, dennoch wirkt dieses Buch in sich geschlossen. So dass man nicht allzu neugierig zurückgelassen wird. Trotzdem werden die Folgebände schnellstmöglich in meinen Besitz wandern :)

Absolute Leseempfehlung vom mir!

Fazit: Eine wunderbare Liebesgeschichte mit einer großartigen neuen Fantasy-Idee!

Bewertung: ★★★★★

Samstag, 14. April 2012

Josef Kelnberger - Bullen und Schweine


In einem Schweinemastbetrieb unweit von Straubing in Niederbayern wird die Leiche des Unternehmers und Lokalpolitikers Richard Plochinger gefunden. Grausam erstochen und entsorgt in einem Schweinesarg. Der Münchner Kommissar Konrad Wolf erfährt von dem Fall und reist zurück in seine alte Heimat, um bei den Ermittlungen zu helfen und seine alte Jugendliebe Klara, kürzlich verwitwete Plochinger wiederzusehen. Wolf, der sich in seiner bisherigen Karriere nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatte, was Ermittlungen in freier Wildbahn betrifft, ermittelt den örtlichen Kollegen hinterher. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn alles, was er herausfindet, wissen die Straubinger Kommissare bereits. Und das Wiedersehen mit seiner Ex verläuft auch nicht gerade wie im Bilderbuch, bis er unerwartet Hilfe von einem türkischstämmigem Geschwisterpaar erhält.

Josef Kelnbergers Krimi ist eine Musterbeispiel für ein unstetiges Auf- und Ab in Sachen Spannung. Lässt er die Ermittlungen durch eine unvorhersehbare Wendung einmal spannend werden, referiert sein Hauptprotagonist wieder über das Leben, die Welt und die Provinz, die doch plötzlich so anders ist, als vor knapp 30 Jahren als er sie verlies. Und Kommissar Wolf ist seiner Meinung nach ein großartiger Polizist, und die Niederbarischen Provinzbullen unter seinem ermittlerischen Niveau. Und zudem ist er einer schier einzigartigen abstrakten Denkweise mächtig. Und genau darum war ich schon nach wenigen Kapiteln total genervt von diesem psychotischen Kommissar, und der verworrenen Schreibweise des Autors. Mal schreibt er aus der Vogelperspektive, mal aus direkter Sicht des Kommissars. Und während man im Laufe der Seiten zwangsläufig immer mehr von Wolf und seinen Ängsten und Problemen erfährt, bleiben die anderen Figuren reichlich blaß. In den letzen Seiten merkt man zudem auch, dass der Lektor wohl nicht mehr sehr aufmerksam war, denn es werden einige Male Namen verwechselt (z.B. Ayla und Fiona), was den Leser zunehmend verwirrt...

Fazit: Ein verworrener Krimi über einen psychotischen Kommissar, der ohne Sinn und Verstand ermittelt. Dieser Versuch auf den aktuellen Provinzkrimi-Hype aufzuspringen, ist meiner Ansicht nach kläglich gescheitert.

Bewertung: ★☆☆☆☆

Montag, 9. April 2012

Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London


Der junge Peter Grant befindet sich in den letzten Zügen seiner Polizeiausbildung, als er bei einer Tatortbewachung unerwartet auf einen fragwürdigen Zeugen trifft. Als dieser ihm sagt, er sei Tot und ein Geist, glaubt Peter erst einmal er habe sich das Ganze nur eingebildet. Um seiner Kollegin Lesley zu beweisen, dass er nicht im Begriff ist, den Verstand zu verlieren, geht er Tage später nochmal auf die Suche nach betreffendem Geist, und begegnet dem Ranghöheren Inspector Thomas Nightingale. Und dieser fordert ihn kurz darauf für seine Einheit an, die eigentlich nur aus ihm selbst, dem letzten Magier, besteht. Die Stelle als Magierlehrling rettet Peter vor einem Dasein als Schreibtischcop. Und nun fängt der Ärger erst an...

Eine wunderbarer Roman der mit einer Mischung aus Harry Potter und Sherlock Holmes besticht und mit einer guten Prise typisch britischem Humor gewürzt ist! Der Autor schreibt wunderbar flüssig und detailreich, es kommt zu keiner Zeit langeweile auf. Unterstützt durch die Ich-Persprektive Peter Grants fühlt man sich regelrecht in die Handlung hineinversetzt. Und der wunderbar schwarze Humor, mit dem Ben Aaronovitch Peter Grants Leben als  Constable und Magierlehrling erzählt, sorgt für einige Lacher während der Lektüre: "Können Sie beweisen, dass Sie tot sind?".

Fazit: Ein ausgesprochen großartiger Roman mit einer erfrischend neuen Idee! Ich habe das Buch in wenigen Stunden ausgelesen. Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung: ★★★★★

Sonntag, 8. April 2012

Helena Reich - Engelsfall


Im Prager Grand Hotel "Alchymist" wird der tote Antiquar Hynek Blabolil neben einer Flasche rätselhaftem Elixier und einer Tarotkarte gefunden. Aufgrund der ungeklärten Todesursache werden die Kommissare David Andel und Otakar Nebesky hinzugerufen. Schon bald steht fest, dass der Inhalt der mysteriösen Flasche mit allerlei pflanzlichen Giftstoffen versetzt war. Als dann auch noch der Fuß einer reichen älteren Dame, und kurz darauf auch deren Leiche gefunden wird, erkennt David Andel, dass es sich hier um eine komplexere Geschichte handelt, die weit in die Vergangenheit zurückgeht, und tief mit einem Orden Alchemisten und verschollenen Maunskriptseiten, die die Herstellung von Gold beinhalten sollen, verstrickt ist.

Die Autorin schreibt den zweiten Roman über den Ermittler David Andel äußerst kurzweilig und besticht mit einer großen Ortskenntnis und Hintergrundwissen über die Alchemie und den Gepflogenheiten der Prager Bevölkerung. Der Detailreichtum lässt den Leser eintauchen in die atemberaubende Atmosphäre der Tschechischen Hauptstadt. Der Fokus der Geschichte liegt klar bei Hauptprotagonist David Andel. Bei ihm darf man auch Zeuge einiger Probleme im Privatleben werden. Daneben bleiben seine Kollegen und Freunde, die in seinem Leben doch eine große Rolle spielen leider etwas blass.
An einigen Stellen wird Andels erster Fall angeschnitten, ohne den Leser groß aufzuklären. Hier sollte man "Nasses Grab" für ein besseres Verständnis der Situation doch als erstes Lesen.

Fazit: Ein toller Krimi mit viel Hintergrundwissen über Alchemie und einigen Reise-Tipps, der Lust auf Mehr von dem sympathischen Kommissar David macht. Die anderen Beiden Bände sind bereits auf meine Wunschliste gewandert...

Bewertung: ★★★★☆