Freitag, 27. Juli 2012

Charlotte Link: Verbotene Wege


Nach dem Tod der Eltern wird die 8jährige Elizabeth Landale von der Adelsfamilie Sheridy aufgenommen. Das aus Louisiana stammende Mädchen kann sich nur schwer einleben, erhält jedoch mit Ziehschwester Joanna eine treue Freundin. Als eines Tages John Carmody auf Haron Hall eintrifft, verliebt sich das junge Mädchen augenblicklich in den verarmten Lord. Als sie Jahre später aus dem Internat fortläuft und zu John Carmody flieht, weist dieser sie ab.
Doch in Elizabeth reift der Plan, eines Tages John Carmody zu erobern. Und als junge Frau soll sich dieser Traum endlich erfüllen, und sie gibt ihre gesellschaftliche Stellung auf, um unverheiratet mit John zu leben. Ein Skandal zu dieser Zeit, ebenso wie Johns fragwürdige, radikale politische Aktivitäten.

Charlotte Link beschreibt diese Geschichte so äußerst detailgenau, dass ich das Gefühl hatte, die Autorin schweift regelmäßig ab. Und während ich so in den zweifelhaften Genuss kam, gefühlt selbst die Staubkörner im Schloss beschrieben zu bekommen, blieb mir lange unbekannt, wie die Darsteller denn überhaupt annähernd aussehen. Das störte mich doch sehr, ebenso wie die plötzlichen Zeitsprünge. Denn Joannas Mutter, Lady Sheridy war auf der einen Seite noch krank und schwach, und brachte auf der nächsten bereits ein Kind zur Welt.
Spannung habe ich dadurch größtenteils vermisst, und die Hauptdarstellerin Elizabeth wurde mir irgendwann regelrecht unsympathisch, als sie sich trotz seinem deutlichem Alkoholmissbrauch und seinen kriminellen Aktivitäten nicht von John abwendete.
Unglaubwürdig erscheint mir diese Geschichte, da ich kein Verständnis dafür habe, dass sich ein 8jähriges! Mädchen unsterblich in einen weitaus älteren Mann verliebt und sich sicher ist, niemand anderes je zu lieben. Und John, der Elizabeth Jahrelang nur als Kind wahrnimmt und belächelt, von einem zum anderen Augenblick diese Frau liebt und für immer mir ihr zusammen sein möchte.

Ihr seht schon, ich lasse kaum ein gutes Haar an diesem Buch, doch ich habe mich durch die 571 Seiten durchgekämpft, mit häufigem Kopfschütteln über das, was ich da gerade lese.

Fazit: Eine unglaubwürdige Geschichte, geschildert in einem abschweifendem Stil, der keine Spannung aufkommen lässt. Dieses Buch muss man nicht gelesen haben.

Bewertung: ☆☆☆☆

Dienstag, 24. Juli 2012

Gail Carriger: Entflammte Nacht (Lady Alexia 3)

Nachdem Alexia von ihrem Ehemann verstoßen wurde, schlüpft sie bei ihrer Familie unter, die nichts von der Schwangerschaft und der darauffolgenden Tragödie weiß. Doch Alexias Schwester gönnt niemandem auch nur das Schwarze unter den Fingernägeln und sorgt dafür, dass Squire Loontwill Alexia des Hauses verweist. Lady Alexia und ihr ungeborenes Kind sind nun nicht nur Obdachlos, sondern werden auch wiederholt Opfer verschiedener Mordanschläge durch die Vampire. Sie sieht sich gezwungen, ihre Heimat zu verlassen um in Italien einige Antworten über ihren Zustand zu erhalten.
Eine nicht ganz ungefährliche Reise...

Gail Carriger bleibt ihrer Linie treu und schreibt Lady Alexias Geschichte in gewohnt spannendem und detailverliebtem Stil weiter. Die Hauptprotagonisten sind nach wie vor sympathisch und authentisch. Es gibt ein Wiedersehen mit allen bekannten und liebgewordenen Personen. Nur Lord Akeldama wird aus gutem Grund vernachlässigt. Dafür wird die Erfinderin Madam Lafoux zu einer treuen Begleiterin Alexias. Auch Biffi bekommt eine wichtige Rolle in der Geschichte und ich bin guter Hoffnung noch mehr über diese Personen in den folgenden Romanen zu erfahren.
Die Wortgefechte zwischen Lord und Lady Maccon bleiben in diesem Band logischerweise aufgrund der Handlung auf der Strecke, doch das ändert nichts daran, dass mich das Buch in gleicher Weise wie die Vorgängerbände begeistert hat.

Fazit: Eine gelungene Fortsetzung, die Lust auf noch mehr von dieser Reihe macht.
Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung: ★★★★★

Sonntag, 22. Juli 2012

Gail Carriger: Brennende Finsternis (Lady Alexia 2)

Einige Monate nach ihrer Hochzeit sind Lady Alexia und Lord Maccon immer noch glücklich und gehen einem geregelten Tagesablauf nach. Lord Maccon in seiner Tätigkeit als BUR-Agent und Alexia kümmert sich um die Haushaltsführung und steht der Königin in Außernatürlichen Sachen mit Rat und Tat zur Seite. Doch es geschehen merkwürdigen Dinge: eines Nachts fallen alle Übernatürlichen in einem großräumigen Bereich von Londons Innenstadt zurück in ihre Sterblichkeit. Doch so plötzlich wie es kam, verschwand das Phänomen wieder. Und fast zeitgleich mit ihm, Lord Maccon, unterwegs nach Schottland. Doch er ahnt nicht, dass "die Vermenschlichungswaffe" das gleiche Ziel hat. Lady Alexia macht sich mit unerwarteter Gesellschaft auf den Weg, ihren Gatten zu warnen, und erlebt dabei so einiges, mitunter, dass ihr mal wieder nach dem Leben getrachtet wird...

Wie bereits sein Vorgänger, ließ mich dieses Buch nicht mehr los. Ich habe es an einem Stück durchgelesen. Die Autorin knüpft nur wenige Monate nach den Geschehnissen im Ersten Band an die Geschichte um Lord und Lady Maccon an. Und dies mit der gleichen spannenden und detaillierten Manier. Es freute mich, alte Bekannte wie Lord Akeldama und seinen Drohnen Biffy wiederzusehen, und auch Miss Ivy mit ihrer unbedarften Naivität ist wieder mit von der Partie.
Und auch die beiden Streithähne Alexia und Lord Maccon liefern sich unverändert lautstarke Wortgefechte, was wieder für einige Schmunzler sorgt. Die beiden sind einfach unverbesserliche Dickköpfe.
Anders als der erste Teil, deutet das Ende hier bereits auf einen weiteren Band hin. Aufgrund der mehrmaligen Andeutungen auf die Geschehnisse im ersten Band "Glühende Dunkelheit" würde ich sehr empfehlen, die Bände ihrer Reihenfolge entsprechend zu lesen.

Fazit: Wieder eine großartige Lektüre! Ich freute mich, sämtliche im ersten Band liebgewonnenen Protagonisten wiederzutreffen. Gail Carriger hält, was der erste Band bereits versprochen hat. Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung: ★★★★★

Samstag, 21. Juli 2012

Gail Carriger: Glühende Dunkelheit (Lady Alexia 1)


Einen Vampir auf dem Ball der Duchess zu treffen, hätte Alexia Tarabotti niemals erwartet, noch dazu ein solch verwahrlostes Exemplar. Doch dessen Versuch, sie anzugreifen ist der Gipfel aller Ungebührlichkeiten. Und aus versehen, tötet sie den Blutsauger in ihrer Gegenwehr. Kaum ist das passiert, steht Alexia plötzlich Lord Maccon gegenüber, dem Chefermittler für übernatürliche Angelegenheiten. Und die beiden liefern sich ein wortgewandtes Duell. Denn Alexia Tarabotti ist keine gewöhnliche Frau, sie gilt als ungemein Charakterstark und Dickköpfig, und ist zu guter Letzt eine Seelenlose, der es möglich ist, alle übernatürlichen Fähigkeiten durch eine bloße Berührung zu neutralisieren. Als verdächtige Ereignisse, die Übernatürlichen betreffend passieren, beginnt Alexia nachzuforschen, und bringt sich mal wieder selbst in Bedrängnis.

Dieser äußerst spannende Roman bietet dem Leser so einiges Übernatürliches und Außernatürliches: Werwölfe, Vampire und Geister. Gail Carriger schreibt in flüssigem und detailliertem Stil über eine unerhörte Intrige im Viktorianischen Zeitalter. Die Sprache der Protagonisten ist den damaligen Gepflogenheiten angepasst, was die Geschichte sehr authentisch wirken lässt. Für die Lachmuskeln sind eindeutig die Wortgefechte zwischen Alexia und Lord Maccon gemacht. Hier musste ich oftmals schmunzeln über dieses "unerhörte Frauenzimmer" und den "unhöflichen und groben Werwolf". Die beiden waren mir sofort sympathisch und ich freue mich schon darauf, im zweiten Band noch mehr über die beiden Streithähne zu erfahren. Ich bin gespannt, ob sich meine Augen davon ebenso wenig lösen wollen, wie von "Glühende Dunkelheit".

Fazit: Dies war mein erster Ausflug ins "Steampunk" und ich muss sagen, ich bin begeistert! Dieses Buch hüpft völlig zu Recht sofort ganz nach oben auf meine Favoriten-Liste! Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung: ★★★★★

Freitag, 20. Juli 2012

Jill Mansell: Herzflittern


Ein schlimmer Schneesturm wütet in England und mittendrin landet Nadia mit ihrem Auto in einem Graben. Als sie vom attraktiven Jay gerettet wird und mit ihm ein Hotelzimmer teilen muss bleibt Nadia standhaft. Denn sie ist mit Laurie zusammen, einem erfolgreichen Model. Der lässt sie aber kurz darauf sitzen. Und ein Jahr später kreuzt Jay Nadias Weg erneut. Sie beginnt für ihn als Gärtnerin zu arbeiten und bekommt schon bald Herzflittern wenn sie ihn sieht. Doch gerade im schlechtesten Moment taucht Nadias Ex wieder auf, mit unerwarteten Nachrichten: Er will sesshaft werden und Nadia heiraten! Doch das ist nicht die einzige Überraschung, die auf Nadia wartet, ihre Familie hält sie ganz schön auf Trab!

Die chaotische Familie Kinsella, über die hier berichtet wird, ist urkomisch, und schleicht sich sofort in das Herz des Lesers. Ja genau, hier wird nicht nur über Nadia, Jay und Laurie berichtet, denn Nadia gibt es nicht ohne ihre Familie. Und diese hier ist außergewöhnlich. Und somit hat Langeweile bei diesem Buch gar keine Chance!
Die Autorin begleitet abwechselnd die verschiedenen Protagonisten. Man bekommt auch Einblick in deren Gedankenwelt, sodass man sich in den jeweiligen gut hineinversetzen kann.
Jill Mansells Schreibstil ist herrlich einfach und flüssig, und trotzdem sehr detailreich. Das Buch hielt mich so gefangen, dass ich es fast in einem Rutsch durchgelesen hatte. Das allein spricht für sich.

Fazit: Ein großartiges Buch, das sofort auf meine Favoriten-Liste springt. Müsst ihr unbedingt lesen, ihr werdet begeistert sein!

Bewertung: ★★★★★

David Baldacci: Die Verschwörung


In einem Bunker tief unter der Erde von Washington D.C. beschließt eine Gruppe Männer den Tod von Faith Lockhart. Die CIA-Angestellten wollen verhindern, dass die Lobbyistin beim FBI über groß angelegte Bestechungen im Parlament aussagt. Als bei dem Attentat nicht sie, sondern ein FBI-Agent getroffen wird, entkommt Faith mithilfe des Privatdetektivs Lee, und die Beiden fliehen gemeinsam vor den Attentätern und dem FBI, denn sie können niemandem mehr trauen. Doch die CIA ist bestens ausgestattet und lässt sich nicht so einfach abschütteln.

Dieser Roman von David Baldacci über herzensgute Lobbyisten und alternde Männer mit zu viel Macht als ihnen gut tut, konnte mich nicht überzeugen. Der Autor schweift zu oft ab, um die Einrichtungen FBI und CIA ausschweifend und mit zu vielen unnötigen Informationen zu erklären. Spannung kann hier gar nicht aufkommen. Die beiden Hauptprotagonisten hangeln sich mit mehr Glück als Verstand durch dieses Geschichte und lassen Natürlich! CIA und FBI ganz schön blöd da stehen.

Fazit: Eine ziemlich unglaubwürdige Geschichte mit einem für mich nicht vorhandenen Spannungsbogen. Ich hatte mich regelrecht durch dieses Buch gekämpft.

Bewertung: ☆☆☆☆

Freitag, 13. Juli 2012

Katzenbach, John: Die Rache


Lodi, Kalifornien 1968: Eine kleine Gruppe Radikaler plant ihren ersten großen Coup. Eine kleine provinzielle Bank soll überfallen werden um ihre weiteren Aktionen zu finanzieren. Doch leider geht dieses Vorhaben schief, denn die Wachmannschaft verhält sich wider Erwarten vorschriftsgemäß. Die beiden Fluchtwagenfahrer, das Pärchen Megan und Duncan können unerkannt fliehen und beginnen ein neues Leben. Als achtzehn Jahre später die damalige Rädelsführerin Olivia aus dem Gefängnis entlassen wird, beginnt für die Megan und Duncans Familie ein Alptraum, denn Olivias jahrelang geschürter Hass fordert Rache...

John Katzenbach präsentiert hier eine außergewöhnlich spannende Geschichte. Er lässt den Leser anfangs etwas im Dunkeln, warum das Ganze eigentlich passiert, um es ihm dann im Richtigen Augenblick zu servieren. Der Spannungsbogen bleibt konstant und das ohnehin flotte Buch wird im letzten Drittel noch rasanter. Dort sorgt der Autor auch für guten Humor. Doch das müsst ihr selbst nachlesen.
Einzig vernachlässigt fand ich in dem Buch eine gewisse Tiefe der Protagonisten. Sie bleiben reichlich blass. Natürlich wird erklärt, warum sie das Ganze gestartet haben, doch kam das meiner Meinung nach während der Geschichte nicht authentisch rüber. Daher auch etwas Punktabzug.
John Katzenbach begleitet hier abwechselnd die verschiedenen Protagonisten aus der Vogelperspektive, wodurch man eine gute Einsicht in die Situation der jeweiligen Person erhält und das  Geschehen sehr gut mitverfolgen kann.

Fazit: Ein packender Thriller, dessen Handlung sich tatsächlich so ereignen könnte, und der sich flott durchlesen lässt.

Bewertung: ★★★

Montag, 9. Juli 2012

Richmond, Michelle: Ein einziger Blick


Nur wenige Sekunden hat Abby nicht aufgepasst. Nur einen einzigen Blick auf unwichtige Dinge verschwendet und plötzlich ist die sechsjährige Emma weg. Die Tochter ihres Verlobten spurlos verschwunden. Panisch sucht Abby ihr kleines Mädchen, und auch die Polizei findet keinerlei brauchbare Hinweise, wo das Mädchen sein könnte. Die Theorie, Emma könnte einfach den Strand verlassen, ins Meer gegangen und ertrunken sein, scheint für alle Beteiligten immer plausibler. Doch Abby wähnt das Mädchen am Leben und gibt die Suche nicht auf.

Dieser Roman, in Abbys Ich-Perspektive verfasst, begleitet die verzweifelte Frau auf ihrer Suche nach Emma. Doch es wird nicht nur die Suche nach dem Mädchen beschrieben, es kommt auch immer wieder das Thema Erinnerung auf den Tisch. Welche Methoden gibt es, sich besser erinnern zu können? Denn das eine lässt Abby keinen Tag los: Was hat sie übersehen? An welches kleine, womöglich ausschlaggebende Detail kann sie sich nicht erinnern?
Die Autorin beschreibt Abbys Tage, Wochen und Monate nach dem Verschwinden des Mädchens sehr genau und detailverliebt. Manchmal vielleicht zu genau, aber das tut der Spannung, die den Leser an dieses Buch fesselt keinen Abbruch. Unbedingt wollte ich erfahren, ob das Mysterium um Emmas Verschwinden aufgelöst werden kann.

Wer bei diesem Buch eine actionreiche Rettungsaktion erwartet, wird enttäuscht. Es geht hier in erster Linie um die Verzweiflung und Hilflosigkeit nach so einem Ereignis. Und Abbys Entscheidung, einfach nicht aufzugeben.

Fazit: Ein spannendes Buch über ein heikles Thema und einer schier aussichtslose Suche, die den Leser die Verzweiflung der Hauptperson regelrecht spüren lässt.

Bewertung: ★★★★

Sonntag, 8. Juli 2012

Davidson, Mary Janice: Die mit dem Werwolf tanzt


Sara Gunn scheint vom Glück verfolgt: wenn sie Geldnöte hat, gewinnt sie plötzlich im Lotto und als ihr Wagen den Geist aufgibt, erhält sie vom Mechaniker seinen besten Leihwagen, Kostenlos. Doch auf einmal trachten ihr einige Leute nach dem Leben. Darunter auch Derik, Mitglied des Wyndhamer Werwolfrudels. Er soll verhindern dass Sara, die die wiederauferstandene Morgan Le Fay sein soll, die Welt vernichtet. Doch Sara macht es Derik verdammt schwer, sie umzubringen...

Zuerst einmal: Dies ist mein erstes Buch von Mary Janice Davidson, ihre Betsy-Romane kenne ich noch nicht und bin damit unvoreingenommen an dieses Buch gegangen.
Mary Janice Davidsons Schreibstil bei diesem Roman ist locker, humorvoll und einfach. Die sehr kurzen Kapitel ließen das Buch bei mir zu einem regelrechten Page-Turner werden. Die Gedankengänge und Schlagabtausche der beiden Hauptprotagonisten Sara und Derik ließen mich einige Male schmunzeln. Von Langeweile kann hier keine Rede sein.
Einzig gefehlt hat mir mehr Detailliertheit was die Beschreibungen angeht, und im letzten Drittel des Buches hat mich der sprunghaft werdende Stil etwas verwirrt. Hier hätten einige Vertiefungen und somit ein paar Seiten mehr nicht geschadet.
Die Bonus-Geschichte im Buch, die ich anfangs nur schwer nachvollziehen konnte (sehr Sprunghaft), entwickelte sich plötzlich zu einem leicht pornografischen Werk.

Fazit: Ein lockeres Buch für zwischendurch, das sich leicht in wenigen Stunden weglesen lässt. Und für den Humor ist bestens gesorgt.
Wer hier jedoch ein literarisches Meisterwerk erwartet, wird sicher enttäuscht.
Für mich ist dies jedoch trotz einiger Schwächen eine ganz gelungene Geschichte.

Bewertung: ★★★☆☆

Samstag, 7. Juli 2012

Gover, Janet: Bauer auf Brautschau


Die Australische Glamour-Zeitschrift "Australian Life" bekommt eine neue Aufmachung. Dafür hat Herausgeberin Helen Woodley eine besondere Idee: Bauer auf Brautschau. Als die Kampagne einschlägt wie eine Bombe und sich die Zuschriften einsamer Bauern und Heiratswilliger Frauen häufen ist selbst Helen überrascht. Doch es entsteht die ein oder andere zarte Bande zwischen den einsamen Herzen und auch Helen kann nicht mehr leugnen, sich zu einem der Bewerber ganz besonders hingezogen zu fühlen...

Eine bezaubernde Geschichte, die Janet Gover mit einem bestechend simplen und flüssigem Schreibstil dem Leser präsentiert. Die Bauern wirken authentisch und keineswegs überzeichnet. Mit ihren Kenntnissen über Zuckerrohrfelder und Buschfeuer beweist die Autorin auch, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht hat.
Im Buch werden verschiedene Geschichten gleichzeitig erzählt. Dies jedoch in einer Art, die Beweist, dass die Autorin ihren Roman in Griff hatte und der Leser zu keiner Zeit verwirrt ist.

Fazit: Ein bezaubernder Roman, über den sich "Bauer sucht Frau" und "McLeods Töchter" Fans freuen werden. Diese kurzweilige Geschichte sorgt für angenehmes Lesevergnügen zwischendurch.
Eindeutige Leseempfehlung von mir.

Bewertung: ★★★★★

Donnerstag, 5. Juli 2012

Zusak, Markus: Die Bücherdiebin


Deutschland 1939. Bei ihrer Reise zu den künftigen Pflegeeltern stirbt Liesels kleiner Bruder im Zug. Bei der übereilten Beerdigung ereilt Liesel die Gelegenheit, ihr erstes Buch zu stehlen: das "Handbuch für Totengräber" fällt dem Lehrling des Bestatters aus der Tasche. Da Liesel zu der Zeit noch nicht lesen kann, liegt ein langer, beschwerlicher Weg vor ihr, dem Buch seine Geheimnisse zu entlocken. Hilfe erhält sie hierbei von ihrem Pflegevater Hans, der dem Mädchen in langen Nächten die Buchstaben und Wörter liebevoll näherbringt. Und während Liesel ihre Leidenschaft zu Büchern entdeckt und einige weitere stiehlt, begegnet sie auch immer wieder dem Tod, denn Nazi-Deutschland befindet sich mittlerweile im Krieg...

"Der Tod hat auch ein Herz" schreibt der Erzähler auf einer Seite. Und wer sollte es auch besser wissen, denn es ist der Tod selbst, der hier die Geschichte eines jungen Mädchens schreibt, das in den Wirren des Krieges immer wieder seinen Weg kreuzt.
Markus Zusak hat mit "Die Bücherdiebin" einen wunderbaren Roman über das Leben, den Tod, die Freundschaft und die Liebe geschrieben. Er wählt einen zugleich Jugendlichen und poetischen Schreibstil, der das Lesen zu einem unglaublich kurzweiligen Vergnügen machen.
Ich habe kaum bemerkt, wie schnell die Zeit beim Lesen vergangen ist und dieses großartige Buch mit nur wenigen Unterbrechungen fast in einem Rutsch durchgelesen.

Bereits die Aufmachung des Buches fand ich außergewöhnlich schön. So sind die kurzen Kapitel gespickt mit Ansichten und Bemerkungen des erzählenden Todes, und die Illustrationen im Buch sind mehr als gelungen.

Fazit: Eine außergewöhnliches und ganz besonderes Buch über Bücher, das ihr unbedingt lesen solltet! Es hat sich meinen Favoriten-Status redlich verdient. Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung: ★★★★★