Samstag, 20. Dezember 2014

Kristin Harmel: Solange am Himmel Sterne stehen


Roses liebste Zeit beginnt wenn die Sonne am Horizont verschwindet und die ersten Sterne am Himmel zu sehen sind. Dann erinnert sie sich an ihre Liebsten und ihre lange verschwiegene Vergangenheit im von Nazis besetzten Paris. Als ihr mit zunehmendem Alter und fortschreitender Alzheimer-Erkrankung die Zeit davonrennt bittet sie ihre Enkelin Hope bei der Suche ihrer Angehörigen zu helfen.
Für Hope, die mit einer Scheidung, einer pubertierenden Tochter und einer schlecht laufenden Bäckerei genug Probleme hat, eine schwere Entscheidung. Doch letztlich tut sie alles dafür, den letzten Wunsch ihrer Großmutter zu erfüllen, und auch ihre eigenen Wurzeln zu erforschen...

Dieses Buch hat mich von Anfang an gefesselt.
Eine abwechslungsreiche Erzählweise, in der man auch immer wieder Einblick in Roses schwindende Erinnerungen erhält, und die fast durchweg sympathischen Protagonisten ließen mich das Buch in kürzester Zeit verschlingen.
Die kurzen Kapitel sind in einem angenehmen, flüssigen Stil verfasst und die Spannung steigert sich quasi von Seite zu Seite. Die Autorin versteht es bestens, die verschiedensten Emotionen auch beim Leser ankommen zu lassen.
Zudem erfährt man einiges über Alzheimer, die Schwierigkeit für Erkrankte und Angehörige damit umzugehen, und auch den Antisemitismus unter den Nationalsozialisten damals in Paris.

Fazit: Wunderbar mitreißend und emotional. Ein Buch das man äußerst ungern aus der Hand legt. Absolute Leseempfehlung und Favoritenstatus von mir!

Bewertung:

Elisabeth Herrmann: Schattengrund


Als die siebzehnjährige Nicola das Haus ihrer verstorbenen Tante erbt, kann sie die heftige Abwehrreaktion ihrer Eltern nicht verstehen. Tante Kiana wird als schwarzes Schaf und leicht irre bezeichnet. Nico, die kaum mehr eine Erinnerung an Schattengrund und ihre Bewohnerin hat, beschließt das abgelegene Haus im Harz auf eigene Faust zu besuchen, und wenn möglich auch die Rätsel zu lösen, die Kiana ihr in ihrem Testament auferlegt hatte.
Im Dorf Siebenlehen angekommen, wird die Erbin von Schattengrund jedoch alles andere als wohlwollend empfangen. Was ist damals wirklich geschehen, als Kiana nicht "gut genug aufgepasst" hat...?

Ein verworrenes Katz- und Mausspiel wird dem Leser bei dieser Lektüre serviert. Neben den vielen seltsamen und manchmal hastig erzählten Ungereimtheiten und Seltsamkeiten ist es es auch die Hauptdarstellerin Nico, an die man sich erst gewöhnen muss. Ihren männlichen Gegenpart und Retter in allen möglichen - und unmöglichen - Situationen schloss ich hingegen gleich ins Herz. Ein tatkräftiger Junge der sich kaum jemals aus der Ruhe bringen lässt, und allein schon der ganzen Schneesturm- und Verfolgersache nicht leichtfertig und blauäugig entgegen sieht.
Nicos unüberlegte Ausbrüche und das ellenlange Verwirrspiel haben mich erst nach etwa der Hälfte des Buches gefesselt. Zwar ist das Buch flüssig und in einem angenehmen Stil geschrieben, jedoch bei manchen - wichtigen - Abschnitten etwas zu hektisch erzählt, sodass ich einige Male den Geschehnissen kaum nachgekommen bin.

Fazit: Leider hat mich die Geschichte um Nico und ihr Schattengrund nicht ganz so mitreißen können wie erhofft. Daher gibts von mir nur 3 von 5 Fuxxis.

Bewertung:

Montag, 1. Dezember 2014

Tim Pieper: Mord unter den Linden (Dr. Otto Sanftleben 01)


Berlin 1890: Kriminologe Dr. Otto Sanftleben erforscht die Körpersprache von Menschen. Daher wird er gebeten, zur Aufdeckung des Mordes an einer jungen Näherin beizutragen. Revueschauspielerin Friederike Dürr gibt dem Ermittlerpaar Sanftleben/Comissarius Funke einen wichtigen Hinweis, und weckt unversehens längst totgeglaubte Gefühle in Otto Sanftleben, und schneller als ihm bewusst wird dieser mitten in eine weitreichende Intrige hineingezogen...

Tim Pieper erzählt die Anfangszeiten deutscher Kriminalarbeit in damals zeitgemäßer Sprache und Stil. Glücklicherweise wirkt das aber zu keiner Zeit angestaubt oder behindert gar im Lesefluss. Im Gegenteil.
Der Kriminalfall, Ottos Ermittlungen und die Schwierigkeiten die man zur damaligen Zeit bei der Aufdeckung solcher Ereignisse hatte werden spannend, abwechslungsreich und flüssig erzählt. Daher hat man das Buch trotz seiner recht kleinen Schrift sehr schnell gelesen.
Die Spannung bleibt konstant auf einem hohen Level, da der Leser mit vielen Wendungen und eigen Sackgassen konfrontiert wird. Immer wieder erheiternd und zu einem schmunzeln anregend waren neben seinem aufmüpfigen Diener die Auseinandersetzungen, die Otto aufgrund seiner Radsporttätigkeit mit Kriminaldirigent Grabow hatte.

Fazit: Für mich sicher nicht das letzte Buch über Dr. Otto Sanftleben. Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung:

Sarah Heumann: High Heels im Hühnerstall


Als Großstadtpflanze Anna von ihrem Lover Nico ausgerechnet mit ihrer besten Freundin betrogen wird flüchtet sie kurzerhand aufs Land zu ihrer Tante Stops. Die Lieblingstante aus Kindertagen freut sich unbändig auf den längst überfälligen Besuch ihrer Nichte. Doch das Landleben ist auf den ersten und zweiten Blick so gar nicht Annas Ding. Aber neben den kuriosen Dorfbewohnern Untergrasbachs ist da noch Martin, der Pächter der Mühle und auch Tante Stops hat noch ein Ass im Ärmel...

Die Geschichte von der Selbstfindung Annas ist mir leider zu sprunghaft und hastig erzählt. Die mit steigender Seitenzahl immer nerviger werdende Protagonistin stolpert von einer Katastrophe in die nächste, ohne dass diese näher erzählt wird oder der Leser mal Luft holen darf. Hinzu kommt eine beachtliche Anzahl unterschiedlicher Dialekte, bei denen man irgendwann nicht mehr durchsteigt. Außerdem blieben mir die Darsteller deutlich zu blass. Hier hätte man gerne einige Details mehr erzählen und man der Geschichte mehr Zeit geben können.
Sarah Heumanns Idee der Großstadtpflanze auf dem maroden Erb-Hof ist an und für sich eine gute Idee. Das, mit dem sympathischen Martin und der quirligen Tante Stops konnte bei mir den Karren noch ein Stück weit aus dem Dreck ziehen, wie man auf dem Land so schön sagt.

Fazit: Hat mich mit den blassen und nervigen Protagonisten leider nicht überzeugt. Dieses Buch muss man nicht wirklich gelesen haben. Daher gibts nur 2 Punkte und diesmal keine Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

Dan Wells: Sa(r)g niemals nie


England 1817: um an das zur damaligen Zeit gigantische Erbe eines verstorbenen Geschäftsmannes zu kommen, fälscht Banker Oliver Beard nicht nur Unterlagen um sich als dessen Neffe auszugeben, er legt sich nach seiner Verurteilung wegen Urkundenfälschung sogar in einen Sarg um dem Gefängnis zu entfliehen. Als Oliver schließlich ausgerechnet zu Mitternacht auf einem Friedhof aus dem Sarg steigt, hält ihn eine Gruppe Vampire  für ihren Auserwählten. Was der wahre Gebieter wiederum so gar nicht lustig findet...

Ein flotter, kurzweiliger Kriminalroman mit einer großen Portion britischem Humor. Der Autor erzählt die verworrene Geschichte um Oliver Beard und seinen Erbschaftsbetrug in einem herrlich flüssigen Stil. Und beim lesen dieses Buches musste ich mich wirklich oft zurückhalten um nicht laut loszulachen, selbst in der schier ausweglosesten Situation des Hauptprotagonisten hat Dan Wells noch einen Lacher für seine Leser parat.
Auch wenn der Anfang ein ganz klein wenig holpert, die Figur Oliver hat man spätestens dann ins Herz geschlossen wenn der Betrüger betrogen wird und der Dichter John Keats seinen Auftritt hat. Von da an stolpert man mit Freude gemeinsam mit den Beiden von einem Drama ins nächste.

Dank der durchweg hohen Spannungskurve hat man das Buch in kurzer Zeit verschlungen, was für mich auch der einzige "negativ"-Punkt war: es war leider zu schnell vorbei ;)
Wenn die anderen Bücher Dan Wells in einem ähnlichen Stil verfasst sind, wird dieses hier sicher nicht das letzte gewesen sein, das ich von ihm gelesen habe.

Fazit: Ein etwas untypischer Vampirroman voller schwarzem Humor. Ich will mehr davon! Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung:

Freitag, 21. November 2014

Filippa Bluhm: Heiraten für Turnschuhträgerinnen


Heiratsgegner unter sich: Als Heiratsmuffel Charlotte von ihrem ebenso eigentlich heiratsunwilligen Freund Georg einen Antrag bekommt, sagt sie ganz perplex JA. Doch aus der bescheidenen Hochzeit in kleinem Kreis ohne viel Schnick-Schnack wird plötzlich dank der begeisterten Familienmitglieder schnell eine ausschweifende Party. Charlotte und Georg versuchen das Ganze mehr oder weniger erfolglos in Grenzen zu halten. Doch zudem scheint die Hochzeits-Industrie auch noch auf der "falschen" Seite zu stehen. Und warum gibt es eigentlich keine Brautkleider für Turnschuhträgerinnen?

Die beiden Hauptprotagonisten sind richtig schön sympathisch mit ihren unkonventionellen Vorstellungen von ihrer Hochzeit. In der ein oder anderen Situation konnte ich mich perfekt mit der baldigen Braut identifizieren.
Die Autorin erzählt das Hochzeits-Chaos kurzweilig und mit einer großen Portion Humor mit einem wunderbaren Augenzwinkern zwischen den Zeilen. Ihr flüssiger und angenehm flotter Schreibstil und der Hochzeits-Countdown in den Kapiteln tun ihr übriges dazu, dass man das ohnehin schmale Buch ruck-zuck ausgelesen hat.

Fazit: Endlich mal eine Braut mit bodenständigen Vorstellungen. Genial!

Bewertung:

M.E. Lee Jonas: Oma Vettel (Die kuriosen Abenteuer der J.J. Smith 01)


Als Waise lebt die 12jährige Josie Jezabel in einem Neuseeländischen Internat, an dem sich J.J. seit einiger Zeit wie ein Außenseiter vorkommt. Ständig passieren ihr kuriose, wenn nicht sogar übernatürliche Dinge die sie sich nicht erklären kann. Kurz vor Weihnachten taucht plötzlich ein Brief und ein sogenannter Gedankenstein ihrer Großmutter auf. J.J. kann sich mithilfe des Steins an ihre Kindheit erinnern - und daran, dass sie keine dunkle Hexe wie ihre Oma Vettel werden wollte.
Da die Herrscherin des dunklen Phads dem ihre Großmutter angehört zu dem Thema aber andere Vorstellungen hat, ist J.J. in dem Internat nicht mehr länger sicher...

M.E. Lee Jonas hat mit den verschiedenen Phaden und dem Haus der Großmutter - ein überdimensionales Zaubertierheim - eine phantasievolle Welt mit unzähligen verschiedenen magischen Wesen geschaffen. Ein wahres Paradies für Fantasy-Fans. Leider konnte ich das beim Lesen nur so lange genießen, bis mich der bald überladen detailreich und daher gefühlt langatmige und verwirrende Stil des Buches zu sehr vom Kern der Geschichte abgelenkt hat. Die allzu voraussehbare Namensgebung (Yeta --> Yeti-Eskimo; Luna --> Mondmädchen) soll den Überblick über die Vielzahl an Nebendarstellern bestimmt vereinfachen, war mir jedoch zu anspruchslos.
Mit J.J. wurde ich außerdem zu keiner Zeit warm, im letzten Teil des Buches nervte sie mich sogar mit ihren unaufhörlichen Alleingängen und ihrer Unfähigkeit ihren Begleitern zuzuhören.

Frau Jonas' Schreibstil wäre eigentlich schön flüssig, einfach und direkt, was aber leider durch den ausschweifenden Detailreichtum der Geschichte stark leidet. Und so hatte ich das Gefühl, die Spannung des Buches lasse eher nach anstatt zuzunehmen.
Durch das letzte Viertel des Buches kämpfte ich mich nur noch mit gutem Willen durch, da ich das Buch als Rezensionsexemplar erhalten habe und es daher nicht einfach abbrechen wollte.

Fazit: War leider nichts für mich. Schade, denn J.J.'s Geschichte fing so vielversprechend an. Vielleicht bin ich mit meinen 30 aber auch schon zu weit weg von der Zielgruppe. Mehr als 2 Fuxxis kann ich daher leider nicht vergeben.

Bewertung:

Donnerstag, 20. November 2014

George R.R. Martin: Die dunkle Königin (Das Lied von Eis und Feuer 08)



Um eine Rebellion im Grünen Tal zu verhindern, die seine Regentschaft gefährdet greift Kleinfinger auf der Ehr zu einer List, die selbst Sansa überrascht. Derweil intrigieren Cersei und Margaery Tyrell mittels Kindkönig Tommen gegeneinander und Jaime wird ausgesandt, Schnellwasser in die Gewalt Königsmunds zu bringen. Und zu allem übel nimmt Samwells Reise Richtung Altsass unglückliche Ausmaße an....

Nach dem doch schwächeren 7. Teil der Reihe "Zeit der Krähen" habe ich mir mit Beginn des 8. Bandes etwas Zeit gelassen. Zu groß die Sorge, dass doch etwas die "Luft" raus ist aus der Geschichte. Meine Sorge war unbegründet, denn die einzigartige und unvergleichliche Erzählweise von George R.R. Martin zieht einen sofort wieder in ihren Bann. 
Abwechslungsreich und mitreißend erhöht der Autor in diesem Buch das Tempo deutlich. 

Wie der Leitspruch auf dem Cover bereits vermuten lässt, erfahren wir hier mehr über die Vorgänge auf der Ehr, während Briennes Reise eine unvermutete Wendung erfährt. Und auch Cersei plaudert gedanklich aus dem Nähkästchen und man erfährt vieles über die unsympathische Regentin und Königinmutter.
Zudem gibt es ein paar Momente, in denen man laut jubelnd aufschreien möchte, was ihr allerdings selbst herausfinden müsst. Und auch der Stil lässt weiterhin nichts zu wünschen übrig, Martin schafft es wieder, den Leser derart zu begeistern, dass man dieses Buch nur äußerst widerwillig wieder aus der Hand legt.

Ich bekenne mich hiermit süchtig und freue mich schon auf den "Sohn des Greifen".

Reihenfolge:
08. Die dunkle Königin
09. Der Sohn des Greifen
10. Ein Tanz mit Drachen

Fazit: HOCH WIE DIE EHRE!
Eine gute Entschädigung für den schwächeren 7. Teil. Dieses Epos macht süchtig. Und ich spreche eine uneingeschränkte Leseempfehlung aus.

Bewertung:

Samstag, 13. September 2014

Rachel Joyce: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry


Einst waren Queenie Hennessy und Harold Fry Arbeitskollegen und auch Freunde. Nach einem Vorfall in der Firma haben sie sich 20 Jahre nicht gesehen als ein Brief von ihr Harold in seinem spießigen und grauen Leben erreicht. Die Schockierende Nachricht: Queenie hat Krebs und liegt im Sterben. Statt seinen Antwort-Brief einfach in den nächsten Briefkasten zu werfen, entschließt sich Harold unterwegs den Brief persönlich abzugeben. Er wandert quer durch England, bekleidet in seinem Sonntagsanzug und einem paar Segelschuhe und findet unterwegs nicht nur sich selbst...

Die Geschichte um Harold Fry und seiner Pilgerreise wird dem Leser spannend und abwechslungsreich erzählt. Mal gehen wir mit Harold seinen beschwerlichen Weg, mal sind wir bei seiner alleingelassenen, zweifelnden und wütenden Frau, die Harolds Reise per Presse verfolgt.
In einem wunderschönen Stil und einem flotten Tempo erzählt Rachel Joyce von Kleinstadtmief, Eheproblemen, verpassten Gelegenheiten und dem Bedürfnis, den Leuten zu Helfen.
Harolds Selbstfindung passiert so nebenbei und doch ganz hauptsächlich, es ist ein Genuss.

Dieses Buch habe ich nur ungern aus der Hand gelegt, denn die Spannung wurde von Seite zu Seite mehr.

Fazit: Eine wunderschön erzählte Selbstfindungs-Geschichte. Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung:

Sophie Benning: Das Leben ist ein Kitschroman


Charlottes Leben ist vorbestimmt: das abgeschlossene Betriebswirtschaftsstudium, ein einjähriger Job in der Kanzlei eines Geschäftspartners um dann in die Familieneigene Anwaltskanzlei einzusteigen. Die Aussicht auf dieses triste Dasein und der Versuch ihrer Mutter sie mit einem langweiligen Anwalt zu verkuppeln, führt bei Charlie zu akuter Übelkeit. Als auch noch die neue Eigentumswohnung abbrennt, zieht sie kurzerhand zu ihrer Freundin, ins Hinterhaus eines Bordells, und erkennt, dass das Leben auch abwechslungsreich schön sein kann.

Locker, leicht und flott geschrieben ist dieser (Jugend-) Roman von Sophie Benning. Ihre Hauptprotagonistin ist sympathisch und macht eine schöne Entwicklung durch in den knapp 300 Seiten. Witzig erzählt sind auch die Unterhaltungen in Charlies Teilzeitjob in der Oper und einige davon laden sogar zum Lachen ein.
Leider hört das Buch, sobald es anfängt auch schon wieder auf. 100 Seiten mehr hätten für meinen Geschmack leicht noch reingepasst. Denn das Ende wirkt schon sehr abgehackt.
Vielleicht gibt es ja irgendwann einmal eine Fortsetzung der Geschichte über die angehende Bestseller Autorin Charlie.

Fazit: Schön und frech erzählte Geschichte über die Selbstfindung einer jungen Frau. Leider kommt das Ende zu Abrupt und daher auch von mir keine volle Punktzahl.

Bewertung:

Jule Brand: Besser ein Mann als gar kein Ärger


Die drei Studentinnen Christine die schüchterne Jungfrau, Franziska die Praktische und Mathilda die Sexbombe teilen sich eine WG. Und während die eine für das erste Mal die Liebe ihres Lebens sucht und die zweite dafür sorgt das sich das Chaos in Grenzen hält, schleppt Mathilda einen Mann nach dem anderen ab. Und nicht nur um Männer müssen sich die drei Sorgen machen, sondern sie geraten unter anderem auch in einen Fall von Menschenhandel hinein.

Jule Brand - besser bekannt als Besteseller-Autorin Kerstin Gier hat diese 3 Kurzromane in einem Band zu ihrer Anfangszeit veröffentlicht. Den Charm und Esprit ihrer späteren Werke bemerkt man auch schon in den Geschichten um die drei Freundinnen. Und trotzdem wirkt dieses Werk doch etwas anders als z.B. die Mütter-Mafia Reihe. Nicht ganz so flott und auch weniger Mitreißend.
Und vielleicht ist das in den 90ern entstandene Werk auch schon etwas angestaubt für unsereins.
Es hat mich jedenfalls nicht ganz überzeugt, denn auch die Hauptprotagonistinnen konnten mich nicht überzeugen.

Fazit: Leider kann dieses Buch bei weitem nicht an andere Werke der Autorin heranreichen. Kein Buch das man gelesen haben muss.

Bewertung:

George R.R. Martin: Zeit der Krähen (Das Lied von Eis und Feuer 07)


Während in Königsmund der Tod Tywin Lennisters entdeckt wird, ruft Aeron Graufreud auf den Eiseninseln ein Königsthing ein. Viele wollen des toten Balon Graufreuds Nachfolger werden.
Und auch in Dorne wird es unruhig, denn die Sandschlangen - Oberon Martells Töchter - wollen Rache für ihren toten Vater. Doch der Gichtgeplagte Fürst Doran will einen Krieg mit Königsmund nicht riskieren. So werden dort andere Pläne geschmiedet, wie auch auf der Mauer, denn der neue Lord Kommandant Jon Schnee braucht nicht nur Männer, sondern auch einen Nachfolger für Maester Aemon. Eine perfekte Aufgabe für Samwell Tarly, oder nicht...?

George R.R. Martins grandioses Epos wird immer ausladender. Nicht nur auf die verschiedensten Bereiche Westeros' muss man sich konzentrieren, auch Daenerys Targaryens Rolle in den Freien Städten nimmt immer mehr Raum ein. Also hat sich der Bestseller-Autor bei diesem Buch auf wenige Charaktere beschränkt: Jaime, Cersei, Brienne, Arya, ein paar Graufreuds. Auf ein Wiedersehen mit Dany, Jon und Bran müssen wir auf eins der nächsten Bücher warten.
Der Stil des Autors ist unverändert sprachgewandt und spannend. Dennoch war dies für mich der bisher schwächste Teil der Reihe, denn Cersei wird mir mit jeder Seite unsympathischer und auch die Königsthing-Sache auf den Eiseninseln hat mich nicht wirklich umgehauen. Was natürlich auch daran liegen kann, dass meine Lieblings-Charaktere nicht zur Sprache kamen. Denn die Geschichte, die hier erzählt wird ist natürlich essentiell für das Verständnis der weiteren Bücher.
Ich hoffe Teil 8 "Die dunkle Königin" reißt das hier wieder raus. Also Augen zu und durch. Es kommen sicher auch wieder bessere Zeiten.

Reihenfolge:
07. Zeit der Krähen
08. Die dunkle Königin
09. Der Sohn des Greifen
10. Ein Tanz mit Drachen

Fazit: UNGEBEUGT - UNGEBROCHEN - UNGEZÄHMT!
Der bisher schwächste Teil der Reihe. Ich hatte immer wieder das Gefühl, es zieht sich ein bisschen. Ich ziehe daher einen Punkt ab und hoffe auf einen besseren 8.Teil.

Bewertung:

Samstag, 12. Juli 2014

Hortense Ullrich & Joachim Friedrich: IrrLäufer (PinkMuffin@BerryBlue 01)


Nach einem außergewöhnlich peinlichen Vorfall im Café seiner Eltern schreibt Berry eine Mail an einen Kumpel. Dachte er jedenfalls, denn durch einen Rechtschreibfehler landet die Mail bei MAX, einem Mädchen aus gut betuchtem Hause, die sich sogleich wortreich über die verwirrte Mail beschwert. Nach einigem digitalem Hin- und Her geraten die beiden in ein Abenteuer, das MAX mit einem Koffer voller Socken nach England und Berry ins Gefängnis bringt...

Mal wieder ein Buch, das komplett in Mail-Form verfasst ist. Da sich die beiden Hauptprotagonisten im echten Leben noch nie begegnet und nur Kontakt in email-Form haben hat man als Leser keine Probleme das Ganze zu verfolgen. Unterscheiden lassen sich die verschiedenen Mails der beiden Teenager auch wunderbar, da MAX' Texte in Pink und Berry's in Blau abgedruckt wurden. Ein herrliches Bild beim lesen!
Die Paranoia und den Spürsinn den die beiden im Laufe des Buches entwickeln fand ich irgendwann nur noch zum brüllen!
Das ganze ist so komisch, spannend und zudem abwechslungsreich erzählt, dass ich das Buch in einem Vormittag ausgelesen habe.
Zu viel Tiefe darf man sich hier natürlich nicht erwarten. Aber man bekommt dennoch ein gutes Bild von MAX und Berry.
Einzig manche Sachen waren ZU sehr Zufall oder einfach zu erklären dass es meiner Ansicht etwas an der Glaubwürdigkeit gelitten hat. Oder ich bin einfach schon zu alt für diese Art Geschichte ;-)

Reihenfolge:
01. IrrLäufer
02. LiebesWahn
03. FernWeh
04. DiebesGut
05. FamilienBande
06. RollenTausch

Fazit: Zum Schießen komisch! Ein absolut passendes Buch wann man mal was locker leichtes mit viel Humor zwischendurch lesen möchte! Leseempfehlung gibts dafür auf alle Fälle.

Bewertung:

P.C. Cast: Göttin der Liebe (Mythica 01)


Pea ist seit Jahren in ihren Nachbarn Griffin verliebt, doch damit der attraktive Feuerwehrmann sich überhaupt an die erfolgreiche College-Direktorin und Tänzerin erinnert bräuchte diese erst ein mal eine Rundumerneuerung was Haare, Make-up und vor allem Klamotten angeht. Nach einem besonders peinlichen Vorfall beschwört Pea die Liebesgöttin Venus ihr zu helfen. Und wird überraschenderweise auch noch erhört. Venus will ihrer verzweifelten Schutzbefohlenen helfen Griffin für sich zu gewinnen, spürt jedoch fatalerweise selbst eine magische Anziehungskraft zu Peas Auserwähltem....

Wieder eine Premiere: Mein erstes Buch von P.C. Cast ;-) Daher ging ich auch unvoreingenommen an die Sache ran und wurde so gar nicht enttäuscht. Die amerikanische Vampirroman-Erfolgsautorin reißt den Leser von Anfang an mit bei ihrer temporeichen und mystischen Geschichte.
Die vier Hauptdarsteller sind von Anfang an sympathisch, wobei die tollpatschige Pea die meisten Pluspunkte einheimst. Ein Mädchen wie du und ich, weit weg von perfekt. Venus hingegen wirkt dadurch noch perfekter und ist oftmals sehr selbstzufrieden. Aber was will man von einer Göttin anderes erwarten ;-)
In einem flüssigen und einfachen Stil wird die Macht der Liebe und auch die Tücken derer dem Leser vermittelt. Kurze und abwechslungsreiche Kapitel halten die Spannung zudem konstant hoch und fesseln die lesende Zuschauerschaft wunderbar ans Buch.
Einzig einige Rechtschreibfehler und Wiederholungen bremsen den Lesefluss immer mal wieder. Da sollte das Lektorat mehr Aufmerksamkeit walten lassen.

Reihenfolge:
01. Göttin der Liebe
02. Göttin des Meeres
03. Göttin des Lichts
04. Göttin des Frühlings
05. Göttin der Rosen
06. Göttin des Sieges
07. Göttin der Legenden
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Fazit: Eine wunderbare Geschichte über die Liebe selbst mit einer Prise Erotik, die aber niemals zu viel oder zu kitschig wirkt. Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung:

Donnerstag, 10. Juli 2014

Stephanie Fey: Die Verstummten (Elster-Thriller 02)


Die bekannte Rechtsmedizinerin Carina Kyreleis kann im letzen Moment einem Unfall auf der Autobahn entgehen. Der 17jährige Geisterfahrer überlebt nur knapp den Zusammenprall mit einem anderen Auto. Als Carina und ihr Vater Matte die Eltern benachrichtigen wollen, finden sie diese in bizarrer Hochzeitstracht in ihrem Haus im Münchner Nobelviertel. Matte Kyreleis, der Stadtbekannte Ermittler beginnt sofort Nachforschungen, doch im Gegensatz zu ihm und seinen Kollegen schiebt Carina nicht nach kürzester Zeit die Schuld auf den jugendlichen Geisterfahrer...

Dies war mein erstes Buch von Stephanie Fey, den Vorgänger ihrer Elster-Reihe "Die Gesichtslosen" habe ich zuvor nicht gelesen. Dennoch hatte ich nur bei Kleinigkeiten das Gefühl etwas nicht nachvollziehen zu können, was offenbar im ersten Teil behandelt worden war. Auch ohne dieses Vorwissen hat mich die Autorin mit ihrer sympathischen und vor allem Menschlichen Rechtsmedizinerin sofort für sich eingenommen.
Nur widerwillig habe ich dieses Buch aus der Hand gelegt, denn mit den kurzen abwechslungsreichen Kapiteln und den verschiedenen Handlungsfäden die einen selbst zum rätseln anregen, entwickelt sich die Geschichte um den Geisterfahrer und ungeklärten RAF-Fällen schnell zu einem Pageturner.
Der Spannungsbogen wird zudem durch den angenehm flüssigen Schreibstil und das hohe Tempo der Ver- und Entwicklungen der Geschichte von Stephanie Fey konstant hoch gehalten.

Reihenfolge:

01. Die Gesichtslosen
02. Die Verstummten
03. Die Gesichter der Toten

Fazit: Sympathische Darsteller und ein spannend und flott erzählter Kriminalfall.
Garantiert nicht  mein letzter "Elster"-Thriller! Absolute Leseempfehlung und Favoritenstatus von mir!

Bewertung:

Nora Roberts: Rosenzauber (BoonsBoro Inn 01)


Schon seit Jungendtagen ist Beckett Montgomery in Clare Brewster verliebt. Nach dem Tod von Clares Mann ist diese mit ihren drei Kindern wieder nach Boonsboro zurückgekehrt und führt nun eine Buchhandlung mit Café. Jahre sind seit ihrer Rückkehr vergangen und genauso lange überlegt Beckett wie er der jungen Mutter von seinen Gefühlen für sie erzählen soll. Als die Eröffnung des Hotels, das er mit seinen beiden Brüdern renoviert, näher rückt ergibt sich auf einer Privaten Führung endlich eine passende Situation. Doch ist Clare auch bereit für eine neue Liebe? Was werden die Kinder sagen? Und vor allem ist Beckett nicht der einzige der ein Auge auf Clare geworfen hat...

Eine Trilogie die sich hauptsächlich um den Männlichen Part der Beziehungskiste dreht. Für mich eine ganz neue Erfahrung bei Büchern dieser Kategorie.
Nora Roberts erzählt die Geschichte von Beckett und Clare gewohnt flüssig mit einer guten Portion Romantik. Ganz nebenbei werden auch die weiblichen Hauptdarstellerinnen der beiden weiteren Teile sehr schön in die Geschichte integriert.
Clare und Beckett sind wunderbar sympathische Menschen, auch wenn erstere mit einer großen Portion Sturheit gesegnet ist. Das Ganze wirkt zu keiner Zeit kitschig, was auch dem Umstand gedankt ist, dass nichts zu "außergewöhnlich Dramatisches" geschieht und hier hauptsächlich aus dem Leben erzählt wird. Dies haben einige andere Rezensenten bemängelt, mir gefiel das jedoch sehr gut, denn so bleibt die Liebesgeschichte glaubwürdig und authentisch.
Einzig der Geist hätte nicht unbedingt sein müssen, daher schafft dieses Buch die Hürde zum Favoritenstatus nicht ganz.

Reihenfolge:
01. Rosenzauber
02. Lilienträume
03. Fliedernächte

Fazit: Einer schöner Auftakt einer Trilogie die sich ausnahmsweise mal um Männer in den Hauptrollen dreht. Ich bin gespannt auf die weiteren Teile. Absolute Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

Sue Monk Kidd: Die Bienenhüterin


Mit vier Jahren wird Lily Owens zur Halbwaise als ihre Mutter durch einen tragischen Unfall stirbt. Seither wacht ihr Vater T.Ray mit harter Hand über das mittlerweile vierzehnjährige Mädchen. Im Juli 1964 flüchtet sie nach einem brutalen und ungerechten Vorfall mit ihrem Kindermädchen Rosaleen aus der heimischen Plantage und findet Unterschlupf bei drei farbigen Schwestern, bei denen schon einst ihre junge Mutter Zuflucht gesucht hat...

Sue Monk Kidd erzählt eine warmherzige Geschichte übers erwachsen werden in den 60er Jahren und die Suche nach den eigenen Wurzeln.
Lily ist meist sympathisch, wenn auch hin und wieder überheblich und bockig. Was man aber leicht der Pubertät zuschreiben kann. Die Bienen-Schwestern May, June und Augusta habe ich jedoch ohne zögern in mein Herz geschlossen.
Von der Erzählweise, die die Landschaften vor meinem inneren Auge zum Leben erweckte bin ich nachhaltig begeistert.
Die Autorin schreibt flüssig und spannend, leider ging mir manches zu schnell oder wird für meinen Geschmack unzureichend erzählt. Ich hatte ein paar Mal das Gefühl etwas verpasst zu haben.
Leider verlor ich auch an einigen Stellen das Zeitgefühl in der Geschichte. Ich wusste oft nicht ob nun Stunden, Tage oder Wochen vergangen sind. Und so etwas stört mich schon sehr. Daher gibts von mir auch einen Punkt Abzug.

Fazit: Eine wunderschöne, stellenweise traurige Geschichte über Liebe und Erwachsenwerden in einem schwierigen Geschichtlichen Hintergrund.

Bewertung:

Dienstag, 24. Juni 2014

Lara Adrian: Tina St. John - Die Rache des Ritters


Zehn Jahre nach der Grausamen Abschlachtung seiner Eltern ist Gunnar Rutledge gekommen, um den Mörder für seine Taten sühnen zu lassen. Doch Baron Luther D`Bussy ist nur noch ein Schatten des Scheusals von damals. Als ausgerechnet seines Feindes Tochter seine Pläne vereitelt, nimmt Gunnar sie kurzerhand zur Geisel, um doch noch zu seinem "Recht" zu kommen. Die gemeinsamen Tage mit seiner schönen und aufmüpfigen Gefangenen erweichen jedoch langsam das versteinerte Herz des dunklen Ritters...

Zwei wirklich sympathische Hauptprotagonisten machen den Großteil des Historischen Romans von Tina St. John, alias Lara Adrian den Leser mit Freuden an dieser Geschichte teilhaben. Der mittelalterliche (Liebes-)Roman mit einem kleinen, nicht übertriebenem Erotikanteil überzeugt zudem mit einer glaubwürdigen Handlung.
Die Veränderungen die über das Buch hinweg mit den Charakteren und deren Handlungen vor sich gehen wirken authentisch und sind sehr gut nachvollziehbar.
Einzig so manche "Kampf"-Handlung geht zu flott an dem Leser vorbei und kommt auch noch zu nüchtern und sachlich rüber. Hier hätte die Autorin gerne mehr Leidenschaft ins Spiel bringen können.
Der Schreibstil ist äußerst flüssig, angenehm und so richtig mitreissend. Ein Buch, das man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte, denn auch die Spannung befindet sich konstant auf sehr hohem Niveau bis hin zum Schluss.

Fazit: Seit langem mal wieder ein Buch, das mich die halbe Nacht wach gehalten hat. Bravo!
Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung:

Katie MacAllister: Steamed - 30° West - 100° Liebe


Ausgerechnet auf ihrem Jungfernflug als Captain eines Luftschiffes des Königlich Englischen Aerocorps landen aus heiterem Himmel zwei blinde Passagiere auf Oktavias "HIMA Tesla".
Jack und seine Schwester Hallie werden durch einen "Unfall" aus ihrer modernen Zeit in ein viktorianisches Paralleluniversum katapultiert. Nicht ganz so schlimm für Steampunk-Fan Jack, der nicht nur Gefallen an der Tesla findet, sondern auch am Attraktiven Captain.
Als beide von einem Attentat erfahren, versuchen sie alles, um gemeinsam einen fürchterlichen Krieg zu verhindern.

Eine sehr schöne Idee von Besteller-Autorin Katie MacAllister, leider wird einiges im Buch ein einer Geschwindigkeit erzählt, bei der man als Leser gar nicht mehr mitkommt und manche Stellen sogar nochmal nachlesen muss um den Anschluss nicht zu verpassen. Was wohl als Aufschwung für die sowieso vorhandene solide Spannung gedacht war, lässt den angenehmen Lesefluss leider manchmal etwas stocken. Auch Jack als Hautprotagonist sagt mir nicht so zu. Der Aufdringliche Kerl denkt sogar dann nur an Sex mit Oktavia als seine Schwester Hallie am Galgen zu sterben droht.
Das war dann doch etwas zu viel für meinen Geschmack.
Der Captain hingegen ist eine faszinierend starke Frau, die sich so schnell nichts gefallen lässt und sich mit viel Einfallsreichtum in einer Männerdomäne zu behaupten weiß.
Der Schreibstil ist meist angenehm flüssig und kommt mit vielen Fachsimpeleien um Steampunk-Sachen und der historischen Sprache Oktavias wunderbar authentisch beim Leser an.

Fazit: Einige Schwächen, vor allem im Bereich "Männlicher Hauptdarsteller" dämpfen meine Euphorie zu diesem Buch leider etwas und sind Grund für den Punktabzug. Eine Leseempfehlung für Steampunk-Fans gibts aber trotzdem.

Bewertung:

Yvonne Winkler: Haus des Glücks


Julia träumt davon Ärztin zu werden, sie hatte vor ihrer Hochzeit und den zwei Kinder sogar bereits zwei Semester studiert. Ermutigt von ihrer Großmutter, möchte sie dem Traum Gestalt geben, stößt bei ihrem Mann Marco jedoch auf Unverständnis. Er fürchtet um die Haushaltsführung und seine Freizeit. Doch Julia ist nicht die einzige Frau in ihrer Familie die beim Wunsch auf ein Medizinstudium auf Widerstand trifft, wie ihr das Tagebuch ihrer Vorfahrin Victoria beweist, die Ende des 19. Jahrhunderts um ihren Traum kämpft, sogar noch in der fernen Südsee.

Yvonne Winkler erzählt die Geschichten der beiden Frauen in drei Abschnitten: Julia - Victoria - Julia. Besonders gefällt mir dabei, dass man den Werdegang Victorias ohne Unterbrechung mitverfolgen kann. Sie ist eindeutig die Hauptdarstellerin in diesem Buch. Und eine äußerst sympathische noch dazu. Die junge Frau lässt sich durch nichts unterkriegen, weder durch das Studienverbot für Frauen, noch durch eine weitreichende Intrige die sie nach Samoa führt.
Die beiden Abschnitte um Julia wirken auf mich eher wie eine Hinführung zum Thema und der Schluss dann auch noch recht erzwungen. Das hätte die Autorin sicher authentischer - wenn dann auch umspektakulärer hinbekommen.

Das gesamte Buch liest sich jedoch sehr flüssig und locker leicht. Durch die konstant hohe Spannung ist es trotz seiner 500 Seiten flott gelesen.

Fazit: Eine schöne Geschichte über zwei starke Frauen die sich behaupten müssen. Samoa als Exotische Location sorgt zudem für Pluspunkte. Hierfür gibts eine Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

Justus Pfaue: Die Kirschenkönigin


Die junge Jüdin Ruth will Landwirtin werden. Mit den Gesellschaften und Bällen im Vor-Kriegs-Berlin möchte die gutmütige Frau mit dem grünen Daumen nichts am Hut haben. Ihren Gatten sucht sie daher nicht nach seinem Geldbeutel sondern nach seinem Landsitz aus. Vertieft in die Perfektionierung ihrer Schattenmorellen übersieht sie die Ausmaße des Nazi-Regimes und ist gezwungen sich zu verstecken.

Wer hier einen schönen und mitreißenden Roman über eine starke junge Jüdin erwartet wird sicher enttäuscht werden.
Zu der anstrengenden und verwirrenden Erzählweise kommen noch eine naive und gutmütige Hauptprotagonistin und diverse unsympathische Nebendarsteller hinzu. Für die vielen unbekannten (jüdischen) Ausdrücke wäre sicher eine Übersetzung am Ende des Buches hilfreich gewesen, die man aber vergeblich sucht.
Der Schreibstil des Autors ist langatmig und konzentrationsraubend. Die langen Kapitel und die nicht vorhandene Spannung machen das Lesen dieses Buches zu einem Kampf, bei dem ich irgendwann die Weiße Fahne geschwenkt habe. Zu ermüdend war das Ganze für mich.

Fazit: Den einen Punkt gibts nur für die vielversprechende Idee. Das Buch war leider nichts. Keine Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

Montag, 9. Juni 2014

Sanna Seven Deers: Das Geheimnis des Felskojoten


Ein beunruhigender Anruf ihres Bruders lässt die junge Fotografin Serena ins ferne Kanada reisen. Statt auf ihren Bruder trifft sie dort auf den Halbindianer Shane Storm Hawk, Fabians bester Freund aus Studientagen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem untergetauchten Physiker und Mönch, ohne zu ahnen, dass nicht nur Fabian von den Handlangern dunkler Machenschaften verfolgt wird...

Die in Kanada lebende Autorin greift in diesem Buch ein interessantes Thema auf. Leider wirken ihre Versuche, die Spiritualität der Native Americans und deren Glaube in das Buch einfließen zu lassen in weiten Teilen einfach zu gezwungen und gewollt. Eine große Kritik gibts für die Hauptprotagonistin Serena, die ohne groß zu zweifeln und zu hinterfragen auch noch die ungewöhnlichsten Gegebenheiten schluckt und sogleich zu begreifen scheint.
Diese Naivität der jungen Frau wird gefühlsmäßig auch noch durch den zu einfachen und kurzen Schreibstil der Autorin betont, der aber zugegebenermaßen das Buch wenigstens einfach und flott lesen lässt.
Bei der Stange gehalten haben mir nur die Kanadische Landschaft, der Männliche Gegenpart Shane und der kleine Tiger, der mich zwischendurch auch mal zum Lachen gebracht hat.

Der Krimianteil dieser Geschichte ist kaum der Rede wert. Für meinen Geschmack ist alles zu einfach und schnell gelöst.
Das Cover passt zwar perfekt zur Geschichte, etwas weniger rosa und kitschig würde es aber sicher auch tun...

Fazit: Zwei Punkte für die Idee, den Schauplatz und einen gewissen "Nebendarsteller". Leider konnte das Buch nicht halten was der Klappentext mir versprochen hatte. Keine Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

Ka Hancock: Tanz auf Glas


Auf Scherben tanzen. Genau so lässt sich die Ehe zwischen Mickey und Lucy Chandler beschreiben. Über beiden hängt ein Damoklesschwert, denn dank seiner Bipolaren Erkrankung weiß Mickey nie, als welcher Mann er morgens aufwacht: ist es der depressive Selbstmordkandidat? Oder ein schier unbesiegbares Energiebündel? Oder doch etwas dazwischen? Und wäre diese Bürde nicht schon groß genug, fürchtet Lucy bei jeder Routineuntersuchung die Rückkehr ihres Brustkrebs.
Doch Mickey und Lucy trotzten bisher allen Schwierigkeiten. Mit großer Unterstützung durch ihre Schwestern und der liebevollen Gemeinde ihres Heimatortes läuft ihr Leben gerade richtig gut, als sich das Schicksal ausgerechnet wieder diesen beiden Menschen zuwendet...

Ka Hancock erzählt ihren Lesern eine emotionale Geschichte, die auch nachhaltig berührt, jedoch von der Idee her nichts wirklich neues auf den Tisch bringt.
Gemeinsam macht man sich mit den beiden Hauptdarstellern auf eine Reise, deren Ausgang man schon bald erahnt. In Rückblenden erfährt man mittels Tagebücheinträgen Mickeys, die am Anfang jeden Kapitels stehen, und den Gedanken Lucys wie sich die beiden Kennen gelernt haben und fortan ihr doch sehr außergewöhnliches Leben leben.
Die Beweggründe beider Erzähler lassen sich dadurch wirklich gut nachvollziehen und bringen ihnen auch trotz manch fragwürdiger Entscheidungen viele Sympathien ein.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und durchweg spannend. Wenn auch an manchen Stellen einfach zu emotional, was mich des öfteren das Buch zwischendurch zuklappen ließ wenn an weiterlesen nicht mehr zu denken war.
Dies und die Todesfee-Geschichte, die in meinen Augen einfach "too much" war, sind Grund für den Punktabzug.

Fazit: Eine emotionale Geschichte über die Liebe, das Leben und zweier Krankheiten mit verheerenden Auswirkungen. Wer zu nah am Wasser gebaut hat, sollte definitiv die Finger von diesem Buch lassen. Eine Leseempfehlung gebe ich gerne.

Bewertung:

Jennifer Benkau: Himmelsfern


Noa Grau wohnt in einer grauen Gegend einer grauen und fast vergessenen Stadt. Eines Tages warnt sie eine innere Stimme vor einer U-Bahn Fahrt. Dass sie diese Warnung ignoriert rächt sich sogleich als die Bahn entgleist. Ein scheinbar selbstloser Mitfahrer wirft sich auf Noa und verhindert so ihren sicheren Tod. Auf der Suche nach ihrem mysteriösen Retter, der das Unglück wie durch ein Wunder überlebt  hat, stolpert die 17jährige zufällig über ein gut gehütetes Geheimnis und große Gefühle.

Jennifer Benkaus "Dark Canopy" und "Dark Destiny" habe ich noch nicht gelesen, daher ging ich ganz unvoreingenommen an diese Geschichte heran.
Lange Zeit kämpfte ich mit dem Gedanken das Buch abzubrechen, denn Marlon braucht so lange um Noa zu erklären wer, bzw. WAS er eigentlich ist, dass das Ganze rumgedruckse schon nervt. Das bisschen Spannung das sich am Anfang bei mir aufgebaut hatte, war da schon lange auf und davon. Erst als der Junge endlich mit der Sprache rausrückt, nimmt die Sache wieder an Fahrt auf und wird sogar noch spannend.
Die Hauptdarsteller konnten bei mir allerdings bis zum Schluss nur wenige Sympathiepunkte einheimsen. Marlon war dafür einfach ZU undurchsichtig und Noa trotz ihrer Weigerung eines zu sein, zu sehr in der Opfer bzw. Mäuschen-Rolle. Ein bisschen mehr Einsatz hätte ich von dem Mädel schon erwartet.
Vielleicht ist das auch dem sehr direkten und einfachen Schreibstil der Autorin geschuldet, doch auch die Gefühle der beiden zueinander kamen nicht wirklich bei mir an.
Nachdem mich die erste Hälfte des Buches sehr enttäuscht hatte, hat der actionreichere zweite Teil den Karren für mich zumindest ein bisschen aus dem Dreck gezogen. Wett machen kann er den Schwachen Anfang jedoch nicht.

Fazit: Leider hat mich die Geschichte, vor allem die Emotionale Seite so gar nicht berührt. Auch die Spannung setzte für mich erst spät ein. Daher kann ich leider keine Leseempfehlung für "Himmelsfern" aussprechen. Schade.

Bewertung:

Samstag, 24. Mai 2014

Elke Pistor: Kraut und Rübchen


Zu lange hat Katharina Rübchen ihre Tante Marion nicht mehr besucht. Als sie nach deren Tod das Häuschen auf dem Land samt Ziegen und Kräutergarten erbt, herrscht erst einmal innerer Aufruhr in der Journalistin. Ihr Ex-Freund und Chef mit seinen unmöglichen Führungspraktiken gibt schließlich den Ausschlag: Katharina fährt aufs Land um zu entscheiden was sie mit dem Erbe anfangen möchte. Durch Zufall stößt die junge Frau auf ein altertümliches Tagebuch, welches ihr eine große Überraschung beschert: was tut man, wenn man erfährt dass die eigene Ururgroßmutter eine Serienmörderin war??

Mit einem Augenzwinkern erzählt Elke Pistor gemeinsam mit ihrer Ich-Erzählerin Katharina eine ungeheure Mordserie, festgehalten in einem mit Kräutern illustrierten Tagebuch.
Die Illustrationen von verschiedenen Kräutern finden sich auch im richtigen Buch wieder, was das Ganze zu einem wirklich stimmigen Bild macht.
Katharina schließt man gleich ins Herz, freut und ärgert sich mit ihr. Die Tagebucheinträge die im Buch kursiv gedruckt sind machen diesen Landkrimi zu einem Pageturner, den man in einem Rutsch durchlesen kann.
Der angenehm flüssige und heitere Schreibstil der Autorin tun ihr übriges dazu, dass die Spannung niemals abreißt. Dies wird nicht mein letztes Buch von Elke Pistor gewesen sein.

Fazit: Ein toller Landkrimi der Lust auf mehr macht! Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung: