Samstag, 24. Mai 2014

Elke Pistor: Kraut und Rübchen


Zu lange hat Katharina Rübchen ihre Tante Marion nicht mehr besucht. Als sie nach deren Tod das Häuschen auf dem Land samt Ziegen und Kräutergarten erbt, herrscht erst einmal innerer Aufruhr in der Journalistin. Ihr Ex-Freund und Chef mit seinen unmöglichen Führungspraktiken gibt schließlich den Ausschlag: Katharina fährt aufs Land um zu entscheiden was sie mit dem Erbe anfangen möchte. Durch Zufall stößt die junge Frau auf ein altertümliches Tagebuch, welches ihr eine große Überraschung beschert: was tut man, wenn man erfährt dass die eigene Ururgroßmutter eine Serienmörderin war??

Mit einem Augenzwinkern erzählt Elke Pistor gemeinsam mit ihrer Ich-Erzählerin Katharina eine ungeheure Mordserie, festgehalten in einem mit Kräutern illustrierten Tagebuch.
Die Illustrationen von verschiedenen Kräutern finden sich auch im richtigen Buch wieder, was das Ganze zu einem wirklich stimmigen Bild macht.
Katharina schließt man gleich ins Herz, freut und ärgert sich mit ihr. Die Tagebucheinträge die im Buch kursiv gedruckt sind machen diesen Landkrimi zu einem Pageturner, den man in einem Rutsch durchlesen kann.
Der angenehm flüssige und heitere Schreibstil der Autorin tun ihr übriges dazu, dass die Spannung niemals abreißt. Dies wird nicht mein letztes Buch von Elke Pistor gewesen sein.

Fazit: Ein toller Landkrimi der Lust auf mehr macht! Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung:


Jonathan Stroud: Valley - Tal der Wächter


In einem friedlichen Tal, begrenzt durch mächtige Berge und tiefen Wäldern, leben die Nachfahren von zwölf längst verstorbenen Helden. Streitigkeiten werden durch Ratssitzungen beigelegt, Waffen gehören schon längst der Vergangenheit an. Die Bewohner des Tals werden durch die Helden und alle anderen ehrwürdigen verstorbenen Familienmitglieder von der tödlichen Bedrohung durch die geheimnisvollen Trolde beschützt. Es ist verboten die Grenze zu überschreiten, denn die Fabelwesen greifen jeden an, der sich in ihre Nähe begibt, und Unheil fällt auf das ganze Haus....

Jonathan Stroud präsentiert dem Leser eine phantastische Idee, deren Umsetzung jedoch durch zu viel Vorgeplänkel und viel zu viel nebensächliche Details zwei Drittel des Buches zu einer Geduldsprobe werden lassen. Das erste Drittel beschäftigt sich ausschließlich mit dem täglichen Leben der Hauptperson, Hal Svensson, auf dem Hof. Ständig wird erwähnt wie klug er sei, was sich aber mit der Naiven und teilweise sehr begriffsstutzigen Person widerspricht, die wir im Buch begleiten. Auch seine weibliche Gefährtin Aud war mir nicht im geringsten sympathisch. Statt einer mutigen und klugen Frau lernte ich ein penetrante und intrigante Egoistin kennen.

Bei der Stange hielt mich nur Strouds flüssiger Schreibstil und die Heldensagen am Anfang der Kapitel. Nachdem ich mich durch 250 Seiten gekämpft habe, wurde es zum Schluss doch noch spannend. Wobei hier vieles dann plötzlich zu schnell und lieblos abgekanzelt wurde.
Die Auflösung um die Geheimnisse der Trolde und Helden wurde dann für mein Empfinden reichlich plump und fantasielos serviert. Statt am Anfang zu viel über nichtige Streiche des Hauptprotagonisten zu berichten hätte der Autor hier ruhig mehr Seiten investieren können.

Fazit: Schade, von dem Hochgelobten Bartimäus-Autor hatte ich mir mehr versprochen. Es gibt nur einen enttäuschten Foxxi für dieses Buch. Keine Leseempfehlung von mir.

Bewertung:


Alex Flinn: Beastly


Kyle Kingsbury ist das typische Kind erfolgreicher und gut betuchter Eltern. Ihm gehen Aussehen und Geld über alles. Ob er mit seinen egoistischen Aktionen und Sprüchen andere vor den Kopf stößt ist ihm herzlich egal. Und Mädchen, die seinem Schönheitsideal nicht entsprechen werden kurzerhand als "Monstrum" bezeichnet. Eines Tages legt sich der Schönling allerdings mit der Falschen Person an: Hexe Kendra erteilt ihm eine Lektion, aus der er sich innerhalb zweier Jahre nur durch die Wahre Liebe herausmanövrieren kann...

Die Autorin hat das bekannte "Die Schöne und das Biest"-Märchen neu aufgelegt und in die heutige Zeit transferiert. Die Schöne ist für den Hauptdarsteller erst auf den Zweiten Blick schön, ebenso wie das Buch für mich. Durch die ersten 150 Seiten musste ich mich ganz schön durchkämpfen, zum Abbrechen jedoch hat es glücklicherweise noch nicht gereicht. Denn die letzten, teils wunderbar romantischen 100 Seiten haben mich für den zähen Anfang wieder einigermaßen entschädigt.
Kyle war mir einfach zu unsympathisch und egoistisch. Selbst dann noch, als er sich schon auf dem Richtigen Weg zur Besserung befand... von dem weiblichen Gegenpart des Ich-Erzählers erfährt man aus der Beobachter-Perspektive einfach zu wenig, um das auszugleichen.
Einige Rechtschreibfehler im Buch ließen mich beim Lesen trotz des einfachen und meist flüssigen Stils der Autorin immer wieder ins Stocken geraten.
Und so erkämpfen sich BeastNYC und Lindy bei mir leider nur 3 Fuxxis.

Fazit: Neuauflage des "Die Schöne und das Biest"-Klassikers, die sich leider nicht so leicht weglesen lies wie erwartet. Das letzte Drittel des Buches konnte den Karren zum Glück noch etwas aus dem "Dreck" ziehen. Eine Leseempfehlung gibts diesmal leider nicht von mir.

Bewertung:

Fanny Schönau: Liebesglück und Beerenkipferl


Dank der desaströsen Geschäftspolitik ihrer Vorgesetzten wird Karla Fischer von einer der Top-Werbeagenturen Wiens gekündigt. Das Society-Girl fürchtet nun nicht nur die Armut, sondern auch den Verlust ihres mühsam aufgebauten Images. Deshalb sagt sie auch ohne große nachfrage zu, als der Typ vom Arbeitsamt ihr einen Werbe-Job bei einem Schuhhersteller anbietet. Dass sie dafür ins Salzburger Hinterland ziehen muss, ist nur eine von vielen Überraschungen, die daraufhin auf Karla warten...

Dieser Regional-Roman bietet etwas Abwechslung zu den vielen Regional-Krimis die derzeit auf dem Markt verfügbar sind. Mit viel Lokalkolorit und einer sympathischen, wenn auch reichlich naiven Hauptdarstellerin schreibt sich das Autorenduo Fanny Schönau in die Herzen der Leser.
Liebenswerte Nebendarsteller und einige schräge Charaktere sorgen für Kurzweile und auch einige Lacher.
Der Schreibstil der beiden Autorinnen ist flüssig und frisch. Leider gab es ein paar interessante bzw. prekäre Situationen, die mir zu schnell abgehandelt wurden. Hier hätten sich Magdalena Guilarte und Karin Bischof ruhig noch ein paar Seiten mehr Zeit lassen können.
Wie auch in vielen Anderen Büchern des Regional-Genres ist auch hier ein Rezept zu finden. Und zwar eins, das sich wirklich vielversprechend liest. Die Kipferl auf jeden Fall nach Mirlis Rezept ausprobiert ;-)

Fazit: Ein größtenteils gelungener Regional-Roman, für dessen letztes Drittel sich das Autorenduo ruhig noch etwas mehr Zeit hätte lassen können. Dank vieler schöner Momente gibt trotzdem eine Leseempfehlung für Karla und ihre Gosauer!

Bewertung:

Sonntag, 18. Mai 2014

Micha Krämer: Willi und das Geheimnis der Ostseepiraten (Willi 03)


Willis Mama und Onkel Ewald haben eine Pension auf Rügen geerbt. In den Osterferien wird das gute Stück gleich in Anschein genommen. Klar dass Willi, Husti, Ralle und natürlich Antonia mit von der Partie sind. Als sich die Pension dann als abbruchreife Bruchbude entpuppt ist die Enttäuschung erst mal groß. Doch die vier Freunde werden schnell in ein Abenteuer um das Geheimnis um Kapitän Störtebeker verwickelt...

Auch im dritten Band um Willi und seine Freunde versteht es der Autor wunderbar, seinen Lesern spielerisch viel Hintergrundwissen zu vermitteln.
Der Schreibstil ist auch wieder Richtig Micha: Einfach, flüssig und richtig mitreißend.
Unsere vier Freunde begegnen auf ihrem dritten Abenteuer wieder richtig komischen Typen. Und sie gewinnen nicht nur Freunde dazu, sondern leben den Jungen Lesen auch vor, trotz Meinungsverschiedenheiten immer zusammen zu halten.
Das Buch ist zwar nach wie vor nicht unbedingt für meine Altersklasse gedacht, dennoch habe ich wieder richtig mit dem Quartett mitgefiebert.

Ich hätte mir noch eine kleine Info erhofft, die auf die Entwicklungen in Island bei Adalbert, Professor König und dem kleinen Drachen eingeht. Vielleicht erfährt man davon ja im nächsten Willi,  Micha? ;-)

Fazit: Auch der dritte Teil um unsere jungen Freunde ist absolut gelungen! Wie auch schon die beiden anderen Male wieder eine Leseempfehlung von mir!

01. Willi und das Grab des Drachentöters
02. Willi und das verborgene Volk
03. Willi und das Geheimnis der Ostseepiraten

Bewertung:

Lyndsay Faye: Der Teufel von New York (Timothy Wilde 01)


Einem großen Feuer und seinem verhassten älteren Bruder hat Timothy Wilde es zu verdanken, dass er eine Stelle bei der neu gegründeten New Yorker Polizei ans Bein gebunden bekommt. Ohne viel Engagement verlebt er die Tage als "Kupferglanzer" bis er eines Abends auf ein blutbeschmiertes Mädchen trifft. Zusammen mit der kleinen Bird und einigen weiteren Verbündeten macht sich Tim daran, den ersten Kriminalfall des NYPD aufzuklären...

Die Autorin füttert den Leser mit einer Unmenge an Hintergrundinformationen zum New York Mitte des 19. Jahrhunderts. Was auf den ersten Seiten liebevoll Detailliert wirkt, überfordert den Leser die folgenden 150 Seiten ordentlich mit einer anspruchsvollen Erzählweise und Unmengen Erklärungen.
Nach und nach arrangiert man sich mit dem Stil und findet in die Geschichte rein. Nachdem man sich nun durch das erste Drittel des 500-Seiten-Werkes gekämpft hat kommt langsam auch etwas Licht in die dunklen Handlungsknoten und es ist zunehmend auch Spannung erkennbar.
Die Darsteller bleiben jedoch recht undurchsichtig, wenn man auch zugeben muss, dass Tim für die Damals offenbar herrschenden Gepflogenheiten ein wirklich aufrichtiger und liebenswerter Gentleman ist.

Leider hat mich das Buch nicht so sehr begeistert wie der Klappentext es hoffen ließen. Die zweite Hälfte der Geschichte hat zwar nochmal Pluspunkte abgesahnt, leider aber nicht mehr allzuviel Retten können, denn die letztendliche Auflösung hat mich nicht sonderlich überrascht. Daher gibts auch nur 3 Fuxxis, geschuldet unter anderem dem hohen Maß an Konzentration den man aufbringen muss um dieser Geschichte um die Anfänge der Polizeiarbeit in New York folgen zu können.

Fazit: Leider konnte das Buch meine hohen Erwartungen nicht erfüllen. Daher gibts von mir leider keine Leseempfehlung für diesen History-Thriller.

Bewertung:

Susan Beth Pfeffer: This world we live in (Moon Crash Series 03)


Beinahe ein Jahr ist seit der Katastrophalen Mond-Kollision vergangen. Miranda kann sich kaum an das Leben "vorher" erinnern. Zu präsent ist der alltägliche Hunger und die ständige Überlebensangst. Dank den Lebensmittellieferungen aus der Stadt ist das Leben etwas einfacher geworden, doch eines Tages bringt Matt ein Mädchen mit nach Hause und weitere Überraschungsgäste sorgen für noch mehr Mäuler die es zu stopfen gilt. Aber es kommt auch Hoffnung nach Howell, Pennsylvania...

Der dritte Teil der Serie besteht wieder aus Tagebucheinträgen Mirandas. Was einen die Dystonie wieder Emotionaler erleben lässt. Susan Beth Pfeffer macht das Lesen in englischem Original leicht, dank ihres wunderbar flüssigen und einfachen Schreibstils. Man ist sofort wieder in der Geschichte drin und fiebert bereits nach wenigen Kapitel oft mit angehaltenem Atem mit unserer Hauptprotagonistin mit. Miranda ist erwachsener geworden und das merkt man vor allem im Umgang mit ihrer Mutter. Kämpfen, die früher vehement ausgefochten worden wären, werden die Beiden nun anderweitig Herr. Auch ihren Gefühlen begegnet der Teenager nun mit einer gewissen Pragmatik, die perfekt zur Geschichte passt.
Altbekannte Charaktere aus den beiden anderen Teilen stoßen hier wieder mit dazu, und geben der Sache einiges an Drive. Trotz des ernsten Themas mach es richtig Spaß dieses Buch zu lesen.

Das Cover passt wieder perfekt zum Buch. Denn genau so stelle ich mir das Haus der Evans vor.

Reihenfolge:
01. Life as we knew it
02. The Dead and the Gone
03. This World we live in
04. The Shade of the Moon

Fazit: Für mich der bisher beste Teil der Reihe, der Lust auf den 4. Teil um Miranda und ihre Familie macht. Absolute Leseempfehlung von mir.

Bewertung: