Dienstag, 24. Juni 2014

Lara Adrian: Tina St. John - Die Rache des Ritters


Zehn Jahre nach der Grausamen Abschlachtung seiner Eltern ist Gunnar Rutledge gekommen, um den Mörder für seine Taten sühnen zu lassen. Doch Baron Luther D`Bussy ist nur noch ein Schatten des Scheusals von damals. Als ausgerechnet seines Feindes Tochter seine Pläne vereitelt, nimmt Gunnar sie kurzerhand zur Geisel, um doch noch zu seinem "Recht" zu kommen. Die gemeinsamen Tage mit seiner schönen und aufmüpfigen Gefangenen erweichen jedoch langsam das versteinerte Herz des dunklen Ritters...

Zwei wirklich sympathische Hauptprotagonisten machen den Großteil des Historischen Romans von Tina St. John, alias Lara Adrian den Leser mit Freuden an dieser Geschichte teilhaben. Der mittelalterliche (Liebes-)Roman mit einem kleinen, nicht übertriebenem Erotikanteil überzeugt zudem mit einer glaubwürdigen Handlung.
Die Veränderungen die über das Buch hinweg mit den Charakteren und deren Handlungen vor sich gehen wirken authentisch und sind sehr gut nachvollziehbar.
Einzig so manche "Kampf"-Handlung geht zu flott an dem Leser vorbei und kommt auch noch zu nüchtern und sachlich rüber. Hier hätte die Autorin gerne mehr Leidenschaft ins Spiel bringen können.
Der Schreibstil ist äußerst flüssig, angenehm und so richtig mitreissend. Ein Buch, das man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte, denn auch die Spannung befindet sich konstant auf sehr hohem Niveau bis hin zum Schluss.

Fazit: Seit langem mal wieder ein Buch, das mich die halbe Nacht wach gehalten hat. Bravo!
Absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung:

Katie MacAllister: Steamed - 30° West - 100° Liebe


Ausgerechnet auf ihrem Jungfernflug als Captain eines Luftschiffes des Königlich Englischen Aerocorps landen aus heiterem Himmel zwei blinde Passagiere auf Oktavias "HIMA Tesla".
Jack und seine Schwester Hallie werden durch einen "Unfall" aus ihrer modernen Zeit in ein viktorianisches Paralleluniversum katapultiert. Nicht ganz so schlimm für Steampunk-Fan Jack, der nicht nur Gefallen an der Tesla findet, sondern auch am Attraktiven Captain.
Als beide von einem Attentat erfahren, versuchen sie alles, um gemeinsam einen fürchterlichen Krieg zu verhindern.

Eine sehr schöne Idee von Besteller-Autorin Katie MacAllister, leider wird einiges im Buch ein einer Geschwindigkeit erzählt, bei der man als Leser gar nicht mehr mitkommt und manche Stellen sogar nochmal nachlesen muss um den Anschluss nicht zu verpassen. Was wohl als Aufschwung für die sowieso vorhandene solide Spannung gedacht war, lässt den angenehmen Lesefluss leider manchmal etwas stocken. Auch Jack als Hautprotagonist sagt mir nicht so zu. Der Aufdringliche Kerl denkt sogar dann nur an Sex mit Oktavia als seine Schwester Hallie am Galgen zu sterben droht.
Das war dann doch etwas zu viel für meinen Geschmack.
Der Captain hingegen ist eine faszinierend starke Frau, die sich so schnell nichts gefallen lässt und sich mit viel Einfallsreichtum in einer Männerdomäne zu behaupten weiß.
Der Schreibstil ist meist angenehm flüssig und kommt mit vielen Fachsimpeleien um Steampunk-Sachen und der historischen Sprache Oktavias wunderbar authentisch beim Leser an.

Fazit: Einige Schwächen, vor allem im Bereich "Männlicher Hauptdarsteller" dämpfen meine Euphorie zu diesem Buch leider etwas und sind Grund für den Punktabzug. Eine Leseempfehlung für Steampunk-Fans gibts aber trotzdem.

Bewertung:

Yvonne Winkler: Haus des Glücks


Julia träumt davon Ärztin zu werden, sie hatte vor ihrer Hochzeit und den zwei Kinder sogar bereits zwei Semester studiert. Ermutigt von ihrer Großmutter, möchte sie dem Traum Gestalt geben, stößt bei ihrem Mann Marco jedoch auf Unverständnis. Er fürchtet um die Haushaltsführung und seine Freizeit. Doch Julia ist nicht die einzige Frau in ihrer Familie die beim Wunsch auf ein Medizinstudium auf Widerstand trifft, wie ihr das Tagebuch ihrer Vorfahrin Victoria beweist, die Ende des 19. Jahrhunderts um ihren Traum kämpft, sogar noch in der fernen Südsee.

Yvonne Winkler erzählt die Geschichten der beiden Frauen in drei Abschnitten: Julia - Victoria - Julia. Besonders gefällt mir dabei, dass man den Werdegang Victorias ohne Unterbrechung mitverfolgen kann. Sie ist eindeutig die Hauptdarstellerin in diesem Buch. Und eine äußerst sympathische noch dazu. Die junge Frau lässt sich durch nichts unterkriegen, weder durch das Studienverbot für Frauen, noch durch eine weitreichende Intrige die sie nach Samoa führt.
Die beiden Abschnitte um Julia wirken auf mich eher wie eine Hinführung zum Thema und der Schluss dann auch noch recht erzwungen. Das hätte die Autorin sicher authentischer - wenn dann auch umspektakulärer hinbekommen.

Das gesamte Buch liest sich jedoch sehr flüssig und locker leicht. Durch die konstant hohe Spannung ist es trotz seiner 500 Seiten flott gelesen.

Fazit: Eine schöne Geschichte über zwei starke Frauen die sich behaupten müssen. Samoa als Exotische Location sorgt zudem für Pluspunkte. Hierfür gibts eine Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

Justus Pfaue: Die Kirschenkönigin


Die junge Jüdin Ruth will Landwirtin werden. Mit den Gesellschaften und Bällen im Vor-Kriegs-Berlin möchte die gutmütige Frau mit dem grünen Daumen nichts am Hut haben. Ihren Gatten sucht sie daher nicht nach seinem Geldbeutel sondern nach seinem Landsitz aus. Vertieft in die Perfektionierung ihrer Schattenmorellen übersieht sie die Ausmaße des Nazi-Regimes und ist gezwungen sich zu verstecken.

Wer hier einen schönen und mitreißenden Roman über eine starke junge Jüdin erwartet wird sicher enttäuscht werden.
Zu der anstrengenden und verwirrenden Erzählweise kommen noch eine naive und gutmütige Hauptprotagonistin und diverse unsympathische Nebendarsteller hinzu. Für die vielen unbekannten (jüdischen) Ausdrücke wäre sicher eine Übersetzung am Ende des Buches hilfreich gewesen, die man aber vergeblich sucht.
Der Schreibstil des Autors ist langatmig und konzentrationsraubend. Die langen Kapitel und die nicht vorhandene Spannung machen das Lesen dieses Buches zu einem Kampf, bei dem ich irgendwann die Weiße Fahne geschwenkt habe. Zu ermüdend war das Ganze für mich.

Fazit: Den einen Punkt gibts nur für die vielversprechende Idee. Das Buch war leider nichts. Keine Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

Montag, 9. Juni 2014

Sanna Seven Deers: Das Geheimnis des Felskojoten


Ein beunruhigender Anruf ihres Bruders lässt die junge Fotografin Serena ins ferne Kanada reisen. Statt auf ihren Bruder trifft sie dort auf den Halbindianer Shane Storm Hawk, Fabians bester Freund aus Studientagen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem untergetauchten Physiker und Mönch, ohne zu ahnen, dass nicht nur Fabian von den Handlangern dunkler Machenschaften verfolgt wird...

Die in Kanada lebende Autorin greift in diesem Buch ein interessantes Thema auf. Leider wirken ihre Versuche, die Spiritualität der Native Americans und deren Glaube in das Buch einfließen zu lassen in weiten Teilen einfach zu gezwungen und gewollt. Eine große Kritik gibts für die Hauptprotagonistin Serena, die ohne groß zu zweifeln und zu hinterfragen auch noch die ungewöhnlichsten Gegebenheiten schluckt und sogleich zu begreifen scheint.
Diese Naivität der jungen Frau wird gefühlsmäßig auch noch durch den zu einfachen und kurzen Schreibstil der Autorin betont, der aber zugegebenermaßen das Buch wenigstens einfach und flott lesen lässt.
Bei der Stange gehalten haben mir nur die Kanadische Landschaft, der Männliche Gegenpart Shane und der kleine Tiger, der mich zwischendurch auch mal zum Lachen gebracht hat.

Der Krimianteil dieser Geschichte ist kaum der Rede wert. Für meinen Geschmack ist alles zu einfach und schnell gelöst.
Das Cover passt zwar perfekt zur Geschichte, etwas weniger rosa und kitschig würde es aber sicher auch tun...

Fazit: Zwei Punkte für die Idee, den Schauplatz und einen gewissen "Nebendarsteller". Leider konnte das Buch nicht halten was der Klappentext mir versprochen hatte. Keine Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

Ka Hancock: Tanz auf Glas


Auf Scherben tanzen. Genau so lässt sich die Ehe zwischen Mickey und Lucy Chandler beschreiben. Über beiden hängt ein Damoklesschwert, denn dank seiner Bipolaren Erkrankung weiß Mickey nie, als welcher Mann er morgens aufwacht: ist es der depressive Selbstmordkandidat? Oder ein schier unbesiegbares Energiebündel? Oder doch etwas dazwischen? Und wäre diese Bürde nicht schon groß genug, fürchtet Lucy bei jeder Routineuntersuchung die Rückkehr ihres Brustkrebs.
Doch Mickey und Lucy trotzten bisher allen Schwierigkeiten. Mit großer Unterstützung durch ihre Schwestern und der liebevollen Gemeinde ihres Heimatortes läuft ihr Leben gerade richtig gut, als sich das Schicksal ausgerechnet wieder diesen beiden Menschen zuwendet...

Ka Hancock erzählt ihren Lesern eine emotionale Geschichte, die auch nachhaltig berührt, jedoch von der Idee her nichts wirklich neues auf den Tisch bringt.
Gemeinsam macht man sich mit den beiden Hauptdarstellern auf eine Reise, deren Ausgang man schon bald erahnt. In Rückblenden erfährt man mittels Tagebücheinträgen Mickeys, die am Anfang jeden Kapitels stehen, und den Gedanken Lucys wie sich die beiden Kennen gelernt haben und fortan ihr doch sehr außergewöhnliches Leben leben.
Die Beweggründe beider Erzähler lassen sich dadurch wirklich gut nachvollziehen und bringen ihnen auch trotz manch fragwürdiger Entscheidungen viele Sympathien ein.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und durchweg spannend. Wenn auch an manchen Stellen einfach zu emotional, was mich des öfteren das Buch zwischendurch zuklappen ließ wenn an weiterlesen nicht mehr zu denken war.
Dies und die Todesfee-Geschichte, die in meinen Augen einfach "too much" war, sind Grund für den Punktabzug.

Fazit: Eine emotionale Geschichte über die Liebe, das Leben und zweier Krankheiten mit verheerenden Auswirkungen. Wer zu nah am Wasser gebaut hat, sollte definitiv die Finger von diesem Buch lassen. Eine Leseempfehlung gebe ich gerne.

Bewertung:

Jennifer Benkau: Himmelsfern


Noa Grau wohnt in einer grauen Gegend einer grauen und fast vergessenen Stadt. Eines Tages warnt sie eine innere Stimme vor einer U-Bahn Fahrt. Dass sie diese Warnung ignoriert rächt sich sogleich als die Bahn entgleist. Ein scheinbar selbstloser Mitfahrer wirft sich auf Noa und verhindert so ihren sicheren Tod. Auf der Suche nach ihrem mysteriösen Retter, der das Unglück wie durch ein Wunder überlebt  hat, stolpert die 17jährige zufällig über ein gut gehütetes Geheimnis und große Gefühle.

Jennifer Benkaus "Dark Canopy" und "Dark Destiny" habe ich noch nicht gelesen, daher ging ich ganz unvoreingenommen an diese Geschichte heran.
Lange Zeit kämpfte ich mit dem Gedanken das Buch abzubrechen, denn Marlon braucht so lange um Noa zu erklären wer, bzw. WAS er eigentlich ist, dass das Ganze rumgedruckse schon nervt. Das bisschen Spannung das sich am Anfang bei mir aufgebaut hatte, war da schon lange auf und davon. Erst als der Junge endlich mit der Sprache rausrückt, nimmt die Sache wieder an Fahrt auf und wird sogar noch spannend.
Die Hauptdarsteller konnten bei mir allerdings bis zum Schluss nur wenige Sympathiepunkte einheimsen. Marlon war dafür einfach ZU undurchsichtig und Noa trotz ihrer Weigerung eines zu sein, zu sehr in der Opfer bzw. Mäuschen-Rolle. Ein bisschen mehr Einsatz hätte ich von dem Mädel schon erwartet.
Vielleicht ist das auch dem sehr direkten und einfachen Schreibstil der Autorin geschuldet, doch auch die Gefühle der beiden zueinander kamen nicht wirklich bei mir an.
Nachdem mich die erste Hälfte des Buches sehr enttäuscht hatte, hat der actionreichere zweite Teil den Karren für mich zumindest ein bisschen aus dem Dreck gezogen. Wett machen kann er den Schwachen Anfang jedoch nicht.

Fazit: Leider hat mich die Geschichte, vor allem die Emotionale Seite so gar nicht berührt. Auch die Spannung setzte für mich erst spät ein. Daher kann ich leider keine Leseempfehlung für "Himmelsfern" aussprechen. Schade.

Bewertung: