Dienstag, 7. April 2015

Tim Pieper: Dunkle Havel


Potsdam 1998: Während des Baumblütenfests in Werder verschwindet Toni Sanftlebens Frau Sofie spurlos, Augenzeugen berichten sie wäre in die Havel gegangen.
Auch noch 16 Jahre später sucht der zurückgelassene nach der Liebe seines Lebens und lässt nichts unversucht. Jede noch so kleine Spur die auf Sofie passen könnte verfolgt der Hauptkommissar ohne Rücksicht auf Verletzung von Dienstvorschriften oder den Gefühlen seines Sohnes.
Als eine Leiche auftaucht, die ein ihm unbekanntes Foto seiner Frau in der Tasche hat, schöpft Toni Sanftleben neue Hoffnung, endlich herauszufinden was 1998 geschah...

Mit Toni Sanftleben, dem Nachfahr des mir bereits bekannten und ans Herz gewachsenen Dr. Otto, musste ich erst mal warm werden. Er wirkt ruppig, rücksichtslos und verbittert. Hinter der harten Schale steckt aber ein weiches und vor allem verletztes Herz. Seine Ermittlungsmethoden entsprechen nicht immer den Vorschriften, aber führen ihn meist zum Ziel.
Die Geschichte um das Verschwinden Sofie Sanftlebens und Tonis Suche erzählt Tim Pieper in zeitgemäßer Sprache, aber genauso flüssig und fesselnd wie auch seinen 1890er Krimi um Dr. Otto Sanftleben.
Die Spannung bleibt dank einiger geschickter Wendungen und genau richtig stückweise auftauchenden neuen Erkenntnissen konstant hoch, sodass das Buch auch wunderbar schnell gelesen ist. Die dunkle Havel und die weiteren Schauplätze dieses Krimis konnte ich mir dank Tim Piepers angenehmen und detailreichen Schreibstils sehr gut vorstellen.
Das Buch wirkt in sich abgeschlossen, aber ich würde dennoch jederzeit ein weiteres Buch über Toni Sanftleben lesen.

Fazit: Ein toller Kriminalroman mit einem kauzigen Ermittler, der einem aber doch ans Herz wächst. Favoritenstatus und absolute Leseempfehlung von mir!

Bewertung:

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